Nach „MC Gremium“ nun auch „Freeway Rider“

Zweite Rockergruppe in Bremerhaven

Die Rockergruppe „MC Gremium“ gibt es schon seit Längerem in Bremerhaven. Jetzt haben sich dort auch die „Freeway Rider“ niedergelassen.
02.01.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Frank Miener

Die Rockergruppe „MC Gremium“ gibt es schon seit Längerem in Bremerhaven. Jetzt haben sich dort auch die „Freeway Rider“ niedergelassen. Bislang gab es keine Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gruppen. Doch sowohl die Polizei als auch die Politik sind alarmiert.

Der Klub ist neu, und er liegt beinahe direkt neben einem der Konkurrenz: Seit Kurzem sind die „Freeway Rider“ in Bremerhaven ansässig. Damit hat sich neben dem seit 2000 in der Stadt vertretenen „MC Gremium“ eine weitere Rockergruppe in Bremerhaven niedergelassen. Beide werden von der Polizei beobachtet.

„Diese Gruppen sind keine Angelsportvereine“, sagt Jörg Seedorf, Leiter der Bremerhavener Kriminalpolizei. Sowohl die „Rider“ als auch der „MC Gremium“ bezeichnen sich selbst als Ein-Prozenter – sie gehören nach eigenem Verständnis damit zu dem einen Prozent der Klubs, die sich nicht an gesetzliche Vorschriften halten. In der Stadt selbst sind sie bislang nicht aufgefallen, erklärt Polizeisprecher Wolfgang Harlos. Das bedeute aber nicht zwangsläufig, dass es ruhig bleiben werde.

Verfeindet seien die beiden Klubs allerdings nicht, sodass Auseinandersetzungen wie zwischen den „Hell‘s Angels“ und den „Mongols“ in Bremen derzeit nicht befürchtet würden, so Harlos. Allerdings sei es zwischen dem „MC Gremium“ und den „Red Devils“ in Cuxhaven, Vechta und Oldenburg zu Rivalitäten gekommen. Zwischen „Gremium“ und den nur kurz in Bremerhaven aktiven „Hell‘s Angels“ habe es keinen groß ausgetragenen Streit gegeben, wohl aber Scharmützel. Zwar seien beide im Rotlichtviertel aktiv gewesen, doch die „Hell’s Angels“ zogen sich wegen schlechter Umsätze nach einem Jahr wieder aus Bremerhaven zurück.

Die Polizei lässt die Rockerbanden nicht aus den Augen. „Wir werden nicht tolerieren, dass es hier zu Problemen kommt“, sagt Seedorf mit Blick auf die Selbsteinschätzungen als Ein-Prozent-Klubs. Ein Augenmerk dürfte dabei auf den jeweiligen Klublokalen der Gruppen liegen: Sie befinden sich beide im Stadtteil Lehe. Während die Treffpunkte dabei noch rund 1,5 Kilometer voneinander entfernt sind, werden verschiedene direkt benachbarte Etablissements einmal dem „Gremium MC“ und einmal den „Freeway Rider“ zugeschrieben. Andererseits ist in Moers vor Kurzem das gesamte „Riders“-Chapter zum „Gremium MC“ übergetreten.

Gleichwohl ist die Politik in der Stadt beunruhigt. Die rechtskonservative Fraktion „Bürger in Wut“ will deshalb in der Januar-Sitzung des Ausschusses für öffentliche Sicherheit umfassend Auskunft über die beiden Gruppen und auch bestehende Rivalitäten fordern. Ihr Fraktionsgeschäftsführer Jan Timke befürchtet Auswirkungen auf die Sicherheit in Bremerhaven. „Die Polizei hat mit der Bekämpfung der Einbruchskriminalität ihre personelle Belastungsgrenze erreicht. Aufgrund der gestiegenen Fallzahlen muss dieser Deliktbereich auch 2014 Priorität haben“, sagt er. Es sei schwer vorstellbar, dass sich die Beamten dann noch intensiv um Auseinandersetzungen rivalisierender Rockergruppen, ähnlich wie sie in Bremen stattgefunden haben, kümmern kann. Auch bei den anderen Parteien wird über dieses Thema gesprochen, ein Statement gibt es derzeit aber noch nicht.

Das Auftauchen der „Freeway Rider“ in Bremerhaven ist freilich nicht so neu, wie es den Anschein hat und durch die politische Intervention gesehen wird. Bereits vor dem unter diesem Namen hier angesiedelten Chapter war eine „Abteilung“ unter dem Namen „Wesermünde“ in der Stadt und dem Kreis Cuxhaven aktiv. Die war bereits im Jahr 1982 gegründet worden und ist seit 2000 Vollmitglied der bundesweiten Vereinigung der „Freeway Rider“. Auch in Bremen soll dem Vernehmen nach ein Clubhaus in Horn-Lehe entstehen.

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