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Osterbräuche und ihre tiefere Bedeutung

Anke Velten 08.03.2013 0 Kommentare

Wie früh die Osterzeit beginnt, wie enthusiastisch sie im Haus ausgelebt und wie offensiv sie nach Außen getragen wird, ist eine Sache des individuellen Geschmacks. Auf jeden Fall ist jetzt schon einmal eine gute Zeit, dem Ursprung der beliebtesten Osterbräuche auf den Grund zu gehen.

1. Das Osterei
Auf der Top-Position in der Rangliste der wichtigsten Osteraccessoires steht natürlich unumstritten das Osterei. Seit Jahrhunderten verziert die Menschheit zur Osterzeit Hühnereier, um sie ausgepustet an Frühlingszweige zu hängen oder in gekochter Form mit besonderem Genuss zu verspeisen. Als Symbol der Erneuerung und der Auferstehung fügt sich das Ei natürlich vorzüglich in die österliche Thematik.

Um zu verstehen, warum es  gerade zu Ostern in solchen Mengen auftaucht, muss man eine Weile zurückgehen: Nämlich auf den Aschermittwoch. Für die gläubige Christenheit beginnt an diesem Tag nämlich „Quadragesima“, die vierzigtägige Fastenzeit bis Ostern (wer jetzt nachrechnet: Die Sonntage zählen dabei nicht mit.) In religiös strikteren Zeiten wurde während dieser Fastenzeit auf Fleisch, Alkohol, Milchprodukte und Eier verzichtet. Und weil die Hühner in diesen Wochen selbstverständlich fleißig weiterproduzierten, sammelten sich bis Ostern eine ganze Menge an Eiern an.

Besonders kunstvoll versteht man sich übrigens in der sorbischen Lausitz auf das Ostereier-Dekorieren. Die wertvollsten Ostereier der Welt sind allerdings nicht zum Verzehr geeignet. Das bisher teuerste Ei der Welt war ein seltenes Fabergé-Ei aus dem Familienbesitz der Rothschilds: Es wurde im Jahr 1997 zum Preis von 12,5 Millionen Euro versteigert. 

2. Der Osterbaum
Nach und nach werden bereits die ersten blattlosen Bäume in den Vorgärten mit bunten Ostereiern, meist aus Plastik, Holz oder lackiertem Pappmache geschmückt. Das gilt übrigens als typisch deutsche Tradition, die in den Nachbarländern mit Bewunderung betrachtet wird.

Eines der bekanntesten Beispiele ist der „Saalfelder Ostereierbaum“, der den Privatgarten einer Thüringer Familie in eine Touristenattraktion von internationalem Rang verwandelt hat: Seit 1965 schmücken die Krafts aus Saalfeld ihren Apfelbaum jedes Jahr mit selbst ausgepusteten und bemalten Hühnereiern. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Eier auf mehr als 10 000 gestiegen. Der „Saalfelder Ostereierbaum“ zieht regelmäßig mehrere Tausend Besucher aus der ganzen Welt an: Darunter Medienvertreter unter anderem aus Südafrika, Australien und Thailand.

Den spektakulärsten Ostereierbaum, dokumentiert im „Guinness Buch der Rekorde“, kann allerdings der Rostocker Zoo für sich in Anspruch nehmen: Dort wurde im Jahr 2007 eine Rotbuche mit mehr als 76 000 Ostereiern geschmückt. 

3. Das Osterfeuer
Seit Jahrhunderten entfachen Menschen meist am Ostersonnabend, mitunter aber auch an den folgenden Ostertagen, große Osterfeuer. Die Sitte stammt aus uralten Zeiten: Sie diente dazu, den Winter und böse Geister mit einem reinigenden Feuer zu vertreiben. Vor allem in ländlichen Gegenden sind Osterfeuer ein gesellschaftliches Großereignis.

4. Der Osterkranz
In manchen Gegenden Deutschlands ist es eine gute alte Tradition, zum Osterfrühstück einen „Osterkranz“ aufzutischen. Die Form des Kranzes ist übrigens ein Symbol für ewiges Leben. Und so geht´s: Aus 500g Mehl, 250 ml warmer Sahne, 1 Päckchen Trockenbackhefe, 3 Eiern, einem Eiweiß und einer Prisa Salz einen Hefeteig kneten und den Teig an einem warmen Ort ruhen lassen, bis er sich im Volumen verdoppelt hat. Den Teig in drei Portionen teilen und die Teile zu Strängen von etwa 50 Zentimetern Länge formen.

Volker Kraft bei der Dekoration seines Apfelbaumes. Jedes Jahr strömen unzählige Besucher ins ostthüringische Saalfeld, um sein Werk zu bewundern.
Das Osterfeuer beim Café Sand ist eines der größten in Bremen. Mehr als 60 öffentliche und fast 30 private Osterfeuer waren im vergangenen Jahr beim Stadtamt angemeldet.
Hefegebäck ist typisch für die Osterzeit. Ein einfaches Rezept finden Sie nebenstehend.
Fotostrecke: Osterbräuche und ihre tiefere Bedeutung

Aus den Strängen einen Zopf flechten, die Enden zu einem Kranz verbinden. Den fertigen Kranz weitere 30 Minuten gehen lassen, mit einer Mischung aus Eigelb und Milch bestreichen und im vorgeheizten Ofen bei etwa 170 Grad backen, bis er einen schönen Goldton hat. Wer möchte, kann auf dem Kranz mehrere Platzhalter aus zu Eiern geformter Alufolie mitbacken, die anschließend durch „echte“ Ostereier ersetzt werden. 

5. Der Osterhase
Was nun ausgerechnet der Hase im Osterbrauchtum zu tun hat, und wie er zu seiner saisonalen Funktion kam, ist eine Frage, die die Kulturgeschichte nach wie vor nicht eindeutig geklärt hat. Allerdings erzählten sich schon unsere Vorfahren im 17. Jahrhundert, dass der Hase die Ostereier lege und in den Gärten verstecke.

Eine häufige Erklärung ist es, dass die sonst scheuen Feldhasen gerade um die Osterzeit besonders häufig die Nähe des Menschen aufsuchten – dies allerdings, weil sie ausgehungert waren und sich zur Nahrungssuche in den Bauerngärten umschauen wollten. Auffällig war auch das Verhalten der Tiere: Sie verharren gerne lange und unbeweglich in einer Mulde, bevor sie bei Gefahr plötzlich Davonhoppeln. Für frühe Hobby-Zoologen ein eindeutiger Hinweis, dass sie in der Zwischenzeit mit dem Eierlegen zu tun hatten. 


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