Ärztin Christine Wallner berichtet beim Informationsabend des Rotary Clubs Bruchhausen-Vilsen über ihr Projekt

Afrika, du hast mein Vertrauen

Bruchhausen-Vilsen. Der Rotary Club Bruchhausen-Vilsen hat mit einem Benefiz-Abend ein umfangreiches Hilfsprojekt in Tansania, am Fuße des Kilimandscharos unterstützt. Christine Wallner, Präsidentin des Vereins „Africa Amini Alama“ (frei übersetzt: Afrika – Du hast mein Vertrauen), berichtete spannend über das Vorhaben, das sie seit acht Jahren in Zentralafrika leitet.
14.06.2015, 00:00
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Afrika, du hast mein Vertrauen

Medizinische Versorgung und Bildung sind zwei Säulen Christine Wallners Engagement in Tansania.

Der Rotary Club Bruchhausen-Vilsen hat mit einem Benefiz-Abend ein umfangreiches Hilfsprojekt in Tansania, am Fuße des Kilimandscharos unterstützt. Christine Wallner, Präsidentin des Vereins „Africa Amini Alama“ (frei übersetzt: Afrika – Du hast mein Vertrauen), berichtete spannend über das Vorhaben, das sie seit acht Jahren in Zentralafrika leitet. Besonders beeindruckten die selbst vorgetragenen Passagen aus ihrem Buch „Mama Alama – Die weiße Heilerin“, das Stationen ihres Lebens beschreibt.

Die gebürtige Wienerin studierte zunächst Jura, dann, mit Ende 30, Medizin, führte anschließend aktiv eine Praxis und beschäftigt sich bis heute intensiv mit naturheilkundlichen Verfahren. Mit Anfang sechzig erfüllte sie sich einen Jugendtraum, ging nach Afrika und fand zusammen mit ihrer Tochter, die ebenfalls Ärztin ist, vielfältige Möglichkeiten, im Land der Meru und Massai den Einheimischen zu helfen. Eigene finanzielle Mittel und Unterstützung vor Ort ließen zunächst kleine Ansätze zur Verbesserung der gesundheitlichen Lage und zur Bekämpfung von Armut rasch wachsen. Bis heute sind ein medizinisches Zentrum, verschiedene Schulprojekte, berufliche Ausbildungsgänge, ein Waisenhaus, einige Werkstätten, Anlagen zur Wasserversorgung und manches Zusätzliche entstanden. Darüber hinaus wird den Menschen in den umliegenden Regionen mit umfangreicher Beratung in allen Fragen des täglichen Lebens geholfen.

Leitgedanke ist dabei, Hilfe zur Selbsthilfe zu vermitteln und die dort lebende Bevölkerung in alle Arbeiten und Aufgaben einzubeziehen. Dies führt zum Beispiel dazu, das Wissen der einheimischen Heiler zu berücksichtigen, aber auch mit viel Überzeugungskraft die heutigen Möglichkeiten der Hygiene und Medizin zu nutzen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Geburtshilfe sowie der Betreuung behinderter Kinder und Erwachsener. Alle Patienten werden kostenlos behandelt.

Ebenso wichtig ist das umfangreiche Bildungsangebot, gestaffelt nach den Fähigkeiten der Einzelnen. So wird frühzeitig Englisch unterrichtet – der Schlüssel, um sinnvolle Veränderungen anpacken zu können. Die überwiegende Zeit des Jahres verbringen Christine Wallner und ihre Tochter vor Ort und treiben den Ausbau ständig voran. Kurz dargestellt heißt das für Christine Wallner „Helfen macht Freude“ und „Freude ist die beste Medizin“. Ergänzt wird der Gesamtansatz durch eine Lodge, die umfangreiche touristische Möglichkeiten bietet. Deren Erlöse fließen in die sozialen Projekte, ebenso wie die Spenden und Patenschaften für Waisen- und Schulkinder (Monatsbeitrag 30 bis 63 Euro).

Und das Projekt reicht bis in die hiesige Region. So hat im vergangenen Jahr Eileen Kroner, Studentin der Sprachwissenschaften aus Bassum, ein Praktikum im Waisenhaus absolviert und rund dreißig Kinder intensiv betreut. Ab September übernimmmt Lina Matheja, eine angehende Medizinstudentin aus Bruchhausen-Vilsen, für drei Monate in Tansania ähnliche Aufgaben. Der Erlös des Abends wird durch den Rotary Club Bruchhausen-Vilsen bereitgestellt, um den dringenden Ausbau eines OP-Saals mit der notwendigen Ausstattung zu ermöglichen. Weitere Informationen gibt es unter www.africaaminialama.com.

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