Kommentar über Trump und die Türkei

Alarmierend

US-Präsident Donald Trump droht massiv dem Nato-Partner Türkei. So könnte Trump morgen auch mit Berlin oder Paris verfahren, meint unser Korrespondent Frank Nordhausen.
14.01.2019, 22:21
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Von Frank Nordhausen
Alarmierend

Der US-Präsident hat der Türkei gedroht, sie "wirtschaftlich zu zerstören".

Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

Von Donald Trump ist man einiges gewöhnt. Doch die Drohung des US-Präsidenten, die Türkei „wirtschaftlich zu zerstören“, ist so beispiellos gegenüber einem Nato-Partner wie die Warnung seines Außenministers Pompeo an die Türken, die Kurden in Syrien „nicht abzuschlachten“. Auch wenn historische Erfahrungen die Drohung stützen – in diesem Ton spricht man nicht mit Verbündeten. Der erschreckende Verzicht auf diplomatischen Umgang muss alle Nato-Verbündeten alarmieren. Wie heute mit Ankara, kann Trump morgen mit Berlin oder Paris verfahren.

Sein Zickzackkurs offenbart das völlige Fehlen einer Syrien-Strategie. Zwar gibt es keine einfachen Lösungen. Doch eines steht fest: Die Kurden haben einen hohen Blutzoll gezahlt für den Kampf gegen die IS-Terrormiliz, den sie stellvertretend für uns alle führten. Wenn Trump sie schützen will, gibt es ein einfaches Mittel: eine Flugverbotszone. Im Nordirak hat das funktioniert und Diktator Saddam Hussein daran gehindert, die Kurden zu massakrieren. Inzwischen hat selbst die kurdophobe Türkei die Autonomie der Kurden im Irak akzeptiert. Warum nicht auch in Syrien?

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