Kommentar über die Essener Tafel

Allen kann geholfen werden

In der Essener Tafel werden künftig nur noch Neukunden mit einem deutschen Pass registriert. Dabei gibt es für alle Bedürftigen die benötigten Lebensmittel. Sie müssen nur anders verteilt werden.
23.02.2018, 19:37
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Allen kann geholfen werden
Von Aljoscha-Marcello Dohme

Ein Hilfeschrei aus Essen empört ganz Deutschland. Ausgelöst wurde die Debatte von der dortigen Tafel, die vorerst nur noch Neukunden mit einem deutschen Pass registriert. Die Hilfsorganisation ist diesen drastischen Schritt gegangen, weil inzwischen 75 Prozent ihrer Besucher Migranten sind und Senioren sowie alleinerziehende Mütter sich deshalb nicht mehr zur Tafel trauen, heißt es von ihrem Vorsitzenden Jörg Sartor.

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Natürlich darf die Herkunft keine Rolle spielen, wenn es um die Frage der Bedürftigkeit geht. Nur weil ein Mensch einen syrischen Pass besitzt, ist seine Not nicht kleiner als bei einer Person mit einem deutschen Ausweis.

Krieg und Terror im Nahen Osten sowie in Afrika haben dazu geführt, dass Millionen Menschen aus diesen Regionen in Deutschland Schutz suchen. Die Zahl der Bedürftigen in der Bundesrepublik hat sich dadurch massiv erhöht. Dass diesen Menschen geholfen wird, ist selbstverständlich.

Doch diese Tatsache stellt die Gesellschaft vor eine große Herausforderung. Denn die Hilfsbedürftigen mit einem deutschen Pass sind nicht plötzlich verschwunden. Und auch die Zahl der gespendeten Lebensmittel ist nicht entsprechend der Nachfrage gestiegen.

Trotzdem sind die benötigten Nahrungsmittel für alle Menschen in Deutschland vorhanden. Eine Lebensmittelknappheit gibt es glücklicherweise nicht mehr. Sie müssen nur anders verteilt werden. Der Hilfeschrei aus Essen wird hoffentlich dazu beitragen.

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