Kommentar über Böller-Verbote Lieber ein Appell statt ein Verbot

Die Begründung der SPD-Länderchefs trägt kein Böllerverbot, meint Markus Peters. Der Appell, beim Silvester-Feuerwerk auf soziale Distanz zu achten, reicht aus. Notwendige Verbote gab es 2020 schon genug.
24.11.2020, 05:00
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Lieber ein Appell statt ein Verbot
Von Markus Peters

Da haben die SPD-Ministerpräsidenten einen Kracher gezündet. Mit Rücksicht auf die Einsatz- und Hilfskräfte und die Kapazitäten im Gesundheitswesen wollen sie den Verkauf, Kauf und das Zünden von Feuerwerkskörpern zum Jahreswechsel verbieten. Ob die Begründung der SPD-Länderchefs wirklich ein Verbot trägt, scheint zweifelhaft. Denn der Ausnahmezustand in den Notaufnahmen der Kliniken beschränkt sich zum Jahreswechsel glücklicherweise auf wenige Stunden und geht kaum zulasten der Beatmungskapazitäten.

Polizisten befürchten, dass die Kontrolle eines Böllerverbots erheblichen Mehraufwand bedeuten würde. Wahrscheinlich müsste auch die pyrotechnische Industrie – ihr Jahresumsatz beträgt 130 Millionen Euro – für die Einnahmeausfälle entschädigt werden.

Reicht nicht auch der Appell, beim Feuerwerk auf soziale Distanz zu achten und es mit Rücksicht auf die eigene Gesundheit und auf das Wohlergehen der Rettungskräfte vorsichtiger angehen zu lassen? Notwendige Verbote gab es im Jahr 2020 schon mehr als genug.

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