Bremen

Armin Laschet: „Wir wollen auch mal die Bayern schlagen“

Armin Laschet lässt sich nicht gerne etwas wegnehmen: „Das Erziehungsgeld ist keine SPD-Errungenschaft, das haben wir erfunden“, sagt der Spitzenkandidat der nordrhein-westfälischen CDU. Am 14.
07.12.2016, 00:00
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Armin Laschet: „Wir wollen auch mal die Bayern schlagen“
Von Joerg Helge Wagner

Armin Laschet lässt sich nicht gerne etwas wegnehmen: „Das Erziehungsgeld ist keine SPD-Errungenschaft, das haben wir erfunden“, sagt der Spitzenkandidat der nordrhein-westfälischen CDU. Am 14. Mai will er die Sozialdemokratin Hannelore Kraft als Regierungschef in Düsseldorf ablösen. Doch erst einmal schwelgt er in Essener Erinnerungen. 1985, da war Heiner Geißler noch Generalsekretär, habe der CDU-Parteitag hier die Neudefinition der Arbeit beschlossen, nämlich die Anerkennung von Erziehungsleistungen. Und im Jahr 2000 habe man hier erstmals Angela Merkel zur Parteivorsitzenden gewählt. „Eine gute Entscheidung“, betont Laschet. „Sie hat die CDU wieder in die Regierungsverantwortung geführt.“

Kraft und ihr rot-grünes Bündnis hingegen hätten NRW „auf die Schlussplätze geführt“: bei der Bildung ebenso wie bei der inneren Sicherheit oder der Infrastruktur. Das freilich will die CDU ändern. „Unser Ziel ist klar: Armin Laschet wird Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen“, beteuert Merkel schon bei der Begrüßung der Delegierten des nunmehr dritten Essener Parteitages. Und der Angesprochene verweist auf den eigentlichen Gastgeber, Essens OB Thomas Kufen.

Der Christdemokrat holte bei der Kommunalwahl in der eigentlich tiefroten Revier-Metropole stattliche 62,6 Prozent der Stimmen. Und auch das ebenso rote Oberhausen sei schwarz geworden, freut sich Laschet. „Die CDU kann eben doch Erfolg haben in Großstädten.“ Er selbst wolle nun an den Erfolg von Jürgen Rüttgers 2005 anknüpfen: Der eroberte damals die „Herzkammer der Sozialdemokratie“ (Franz Müntefering) für die CDU.

Voraussetzung dafür sei, dass CDU und CSU bei 95 Prozent der Themen ganz eng beieinander sind, überrascht Laschet die Zuhörer. Ja, er würde auch Horst Seehofer im Wahlkampf einladen, „denn die Menschen wollen hier gerne auch mal einen erfolgreichen Ministerpräsidenten sehen“. Und die Bayern seien eben erfolgreich bei der Bildung, in der Wirtschaft, bei der inneren Sicherheit. „Wir wollen aber auch die Bayern mal schlagen“, macht Laschet den Delegierten aus NRW und sich selbst Mut.

Für eine Parteichefin hat er ein Geschenk mit einer etwas komplizierten, aber stimmigen Geschichte: das 3D-Modell eines Streetscooters. Das sind kleine Elektrowagen, mit denen die Deutsche Post ihre Zusteller ausrüstet. Entwickelt wurden sie von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen nach der Verabschiedung von Rüttgers Hochschulfreiheitsgesetz. Aachen, Laschets Heimatstadt, war auch ein Standort des Waggonherstellers Bombardier. Als der kanadische Konzern das Werk schloss, fielen dieser Entscheidung 600 Facharbeiter-Jobs zum Opfer. Die aber wurden nicht arbeitslos, sondern bauen mittlerweile 10 000 Streetscooter pro Jahr.
Die Delegierten mögen die Geschichte, wie der Jubel zeigt. Angela Merkel auch: Ihre Mundwinkel gehen sichtbar nach oben, als Laschet ihr das kleine Plastikteil in die Hand drückt.

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