Kommentar zu AKKs Büttenrede Auf Krampf

Die Karnevalswitzchen von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer waren nicht nur unlustig, findet Hendrik Werner, sondern auch unangemessen für eine Funktionärin, die als nächste Kanzlerin gehandelt wird.
04.03.2019, 17:43
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Auf Krampf
Von Hendrik Werner

Büttenredner genießen zwar grundsätzlich Narrenfreiheit. Sie sollten aber damit rechnen, dass ihnen schlechte Scherze als Bumerang um das Schandmaul fliegen. Zum einen ist nämlich auch das Publikum in seinen Bewertungen frei. Zum anderen entbindet selbst der Karneval nicht von der Verantwortung für Äußerungen, die als unangemessen, platt und despektierlich empfunden werden können.

Wenn er denn wenigstens lustig gewesen wäre, Annegret Kramp-Karrenbauers Satz, Unisex-Toiletten seien für „Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen“. Tatsächlich ist die Bemerkung der CDU-Chefin peinigend zotig und beleidigend. Nichts gegen politisch inkorrekte Witze. Wenn jedoch eine hochrangige Parteifunktionärin, die als nächste Kanzlerin gehandelt wird, auf Krampf eine intersexuelle Minderheit schmäht, hat das ein Geschmäckle.

Umso mehr, als sich ihr Konservativismus auch jenseits der Bütt oft als Verächtlichkeit manifestiert. Wer etwa die Ehe für Schwule und Lesben mit einer Legalisierung von Polygamie und Inzest in Verbindung bringt, beweist keinen Humor, sondern pflegt populistische Vorurteile.

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