Kommentar zur Grünen-Fraktionsspitze Aus der Traum

In der Grünen-Fraktionsspitze sind die Alten die Neuen. Norbert Holst analysiert, warum der vermeintliche Schachzug von Kirsten Kappert-Gonther und Cem Özdemir nicht aufgegangen ist.
24.09.2019, 18:38
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Aus der Traum
Von Norbert Holst

Es hat nicht gereicht für Kirsten Kappert-Gonther. Im Doppelpack mit Cem Özdemir hatte die Bremerin zum Sprung an die Fraktionsspitze angesetzt. Doch der vermeintliche Schachzug ist nicht aufgegangen. Die Newcomerin vom linken Flügel zusammen mit dem Oberrealo und Politprofi Özdemir – das hielten manche Grüne dann doch für ein Wagnis.

Zu frisch waren die Erinnerungen an die politischen Alleingänge und personellen Reibereien des früheren Parteichefs Özdemir. Tatsächlich ist es nicht ausgeschlossen, dass er dem charismatischen Führungsduo Robert Habeck und Annalena Baerbock in die Quere gekommen wäre. Vielsagend: Erst vor wenigen Tagen hat der Schwabe ein Interview gegeben, wie sich die Partei – nicht die Fraktion! – künftig aufstellen soll. Die Grünen wollen keine neue Unruhe.

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Immerhin, die Kandidatur von Kappert-Gonther und Özdemir hat sich nicht als „Harakiri-Aktion“ erwiesen, beide haben achtbare Ergebnisse erzielt. Für Özdemir bleibt die Erkenntnis, dass der Weg zurück in die erste Reihe nicht über die Fraktion führt. Für Kappert-Gonther lautet die Lehre, dass sie viel zu früh nach einer Chefrolle gegriffen hat.

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