Kommentar über Cannabis-Streit Ausgekifft

Bremen will Cannabis liberaler handhaben: So steht es im Koalitionsvertrag. Doch jetzt grätscht die SPD dazwischen und löst Krach mit den Grünen aus. Warum sie gut daran tut, schreibt Moritz Döbler.
23.01.2018, 22:33
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Ausgekifft
Von Moritz Döbler

Am besten gönnen sich SPD und Grüne ein Friedenspfeifchen. Denn der Koalitionskrach lohnt nicht, für keinen der beiden Partner und erst recht nicht für Bremen. Es gibt zwar Argumente, die für einen liberalen Umgang mit Cannabis sprechen, aber unangefochten sind sie nicht. Medizinisch bleibt es eine mit Risiken behaftete Droge, besonders in den heute gängigen Konzentrationen.

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Es war daher nie einzusehen, warum das kleinste Bundesland ausgerechnet bei diesem Thema deutschlandweit voranpreschen muss. Wenn man sich das bei der Bildung oder beim Umgang mit Langzeitarbeitslosen vorgenommen hätte, ließe sich das jedenfalls leichter nachvollziehen.

Die SPD kann bei dem Thema mit Blick auf die Bürgerschaftswahl im nächsten Jahr nur verlieren, denn sie bindet ja bisher weite Teile des in solchen Fragen sensiblen Bürgertums an sich. Und auch die Grünen sollten es vermeiden, sich auf eine Kifferpartei zu reduzieren. Faktisch pflegen Polizei und Justiz schon heute einen liberalen Umgang mit Kleinkonsumenten. Eigentlich zeigt der Koalitionskrach nur eine wachsende Nervosität bei der Bremer SPD. Ist das die Angst vor dem großen schwarzen Mann Carsten Meyer-Heder?

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