Konflikte 41 Flüchtlinge in Pakistan sterben bei Anschlag

Islamabad. Bei zwei Selbstmordanschlägen in einem Flüchtlingslager im Nordwesten Pakistans sind mindestens 41 Menschen getötet und 64 weitere verletzt worden.
17.04.2010, 16:00
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Islamabad. Bei zwei Selbstmordanschlägen in einem Flüchtlingslager im Nordwesten Pakistans sind mindestens 41 Menschen getötet und 64 weitere verletzt worden.

Wie ein Polizeisprecher mitteilte, hatte sich der erste Attentäter inmitten einer Warteschlange von Flüchtlingen in die Luft gesprengt, die auf die tägliche Essensausgabe warteten.

Nur etwa sieben Minuten später, als die Rettungsarbeiten gerade angelaufen waren, habe ein zweiter Terrorist seinen Sprengstoffgürtel gezündet. Bei den Opfern handele es sich ganz überwiegend um schiitische Muslime. In dem Lager sind Menschen untergebracht, die wegen der Militäroperation gegen die radikal-islamischen Taliban im nordwestlichen Stammesgebiet Orakzai ihre Heimatorte verlassen mussten.

Im Zuge der Offensive in Orakzai wurden in der Nacht zum Samstag 21 Aufständische getötet. Nach Angaben der Sicherheitskräfte waren die Angriffe von Kampfflugzeugen und Artillerie unterstützt worden.

Die Armee geht seit Ende März in dem Gebiet mit einer Bodenoffensive gegen die Taliban vor. Dabei wurden nach offiziellen Angaben mindestens 250 Aufständische getötet. Die Region gilt als Hochburg der Taliban und der mit ihnen verbündeten Kämpfer des Terrornetzwerks Al-Kaida, die von dort aus auch immer wieder die internationalen Truppen im benachbarten Afghanistan angreifen.

Unterdessen entschuldigte sich der pakistanische Militärchef, General Ashfaq Parvez Kayani, in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung für die versehentliche Tötung von Zivilisten vor einer Woche. Im Khyber-Distrikt nahe der afghanischen Grenze waren nach Angaben von Einheimischen mehr als 70 Zivilisten ums Leben gekommen, als zwei Kampfflugzeuge ein Wohngebiet bombardierten. Die Armee hatte zunächst die Zahl der Todesopfer mit 42 angegeben und erklärt, es habe sich um Militante gehandelt. (dpa)

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