Münchner Sicherheitskonferenz Afghanistans Ex-Außenminister Spanta: "Es gibt keine gemäßigten Taliban"

Bremen. Zum Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz zeigt sich der bisherige afghanische Außenminister Rangin Dadfar Spanta skeptisch gegenüber möglichen Gesprächen seiner Regierung mit den Taliban - das sagte er gegenüber dem WESER-KURIER.
05.02.2010, 20:32
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von Jörg-Helge Wagner

Bremen. Zum Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz zeigt sich der bisherige afghanische Außenminister Rangin Dadfar Spanta skeptisch gegenüber möglichen Gesprächen seiner Regierung mit den Taliban. Gegenüber dem WESER-KURIER teilt er die Sorge von Menschenrechts- und Frauenorganisationen, dass es wieder zu einem Rückfall in die Schreckensherrschaft kommen könnte.

 

„Es gibt keine gemäßigten Taliban“, stellte er im Interview klar. „Wir sind verpflichtet, unsere Errungenschaften der letzten Jahre zu befestigen“, betonte er gegenüber der Zeitung. „Die Fragen der Menschen- und Frauenrechte sind für uns nicht Verhandlungsfragen.“

Beim Aussteigerprogramm für Widerstandskämpfer gehe es vor allem um „einfache, nicht gebildete afghanische Jungen, die sich aus unterschiedlichen Gründen den Taliban angeschlossen haben“. Diese Menschen bildeten „die Mehrheit des Fußvolks der Taliban“. Eine „große traditionelle Versammlung“, bestehend aus Vertretern der Regierung und des Parlaments, Richtern und „Würdenträgern der afghanischen Gesellschaft“ werde Mechanismen entwickeln, um die Verwendung der Mittel zu kontrollieren.

Für die Soldaten und Polizisten seines Landes wünscht sich Spanta vor allem „mehr Ausbilder und mehr Ausrüstung“. Die Alliierten müssten die Zahl der zivilen Opfer reduzieren - „aber wir wissen, dass wir uns in einem brutalen Krieg befinden, in dem der Gegner bewusst Zivilisten als Schutzschild benutzt“.

Spanta widerspricht gegenüber dem „Weser-Kurier“ Äußerungen westlicher Politiker, dass die Errichtung einer Demokratie in Afghanistan nicht möglich sei: „Das ist ein eurozentristischer Appell. Über Indien hat man das gleiche gesagt.“ Den Vorwurf der Wahlfälschung durch Präsident Hamid Karsai weist Spanta zurück: „Ich bedauere, dass einige, die von diesem Erfolg nicht begeistert waren und die die Mediendiskurse beherrschen, ein falsches Bild von den afghanischen Wahlen vermittelt haben.“

 

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+