Griechenland Ankara und Athen kommen sich näher

Athen. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und sein griechischer Amtskollege Giorgos Papandreou haben am Samstag mit einem Mittagessen ihre intensiven Gespräche über die Zukunft der Beziehungen zwischen ihren ehemals verfeindeten Staaten beendet.
15.05.2010, 12:10
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Athen. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und sein griechischer Amtskollege Giorgos Papandreou haben am Samstag mit einem Mittagessen ihre intensiven Gespräche über die Zukunft der Beziehungen zwischen ihren ehemals verfeindeten Staaten beendet.

Am Vortag hatten sie und zehn ihrer Minister sowie etwa 300 Unternehmer beider Länder mehrstündige Gespräche über den Werdegang der Beziehungen in allen Bereichen der beiden Staaten an der Ägäis geführt.

Athen und Ankara unterzeichneten 21 Kooperationsabkommen in den Bereichen Handel, Schifffahrt, Kultur, Bildung, Forschung, Energie sowie Bekämpfung der illegalen Migration und des organisierten Verbrechens. Die großen Themen, wie die Streitigkeiten um Hoheitsrechte in der Ägäis blieben allerdings auch diesmal ungelöst. Der Prozess zur Lösung dieser Probleme aber könnte in die Wege geleitet worden sein, vermutete am Samstag die griechische Presse.

Der sogenannte türkisch-griechische Höchste Kooperationsrat soll künftig regelmäßig tagen. Die Ministerpräsidenten wollen sich einmal im Jahr und ihre Außenminister zweimal jährlich treffen.

Beide Politiker hatten ihre Treffen am Freitag ihre Treffen als «historisch» bezeichnet. Es werde jedoch manche geben, die versuchen könnten, dem Annäherungsprozess Steine in den Weg zu legen, meinte Erdogan. «Ich bin mir aber sicher, dass - wenn wir Entschlossenheit zeigen - wir alle Hindernisse überwinden werden», sagte der türkische Regierungschef offenbar mit Blick auf nationalistische Kreise in beiden Staaten, die die Annäherung bislang blockieren.

Athen und Ankara hoffen mit dieser spektakulären Intensivierung ihrer Kontakte Wege zu finden, abzurüsten und die zahlreichen Streitigkeiten um Hoheitsrechte in der Ägäis beizulegen. Das finanziell schwer angeschlagene Griechenland gibt seit mehr als 30 Jahren über vier Prozent seines Bruttoinlandsproduktes für Waffen aus. Die Türkei hat in Griechenland den stärksten Befürworter eines Beitrittes in die Europäische Union (EU) gefunden. Zudem erörterten türkische und griechische Vertreter die Aussichten für eine Lösung der Zypernfrage. (dpa)

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