Afghanistan Anschlag auf russische Botschaft in Kabul - sechs Tote

Nach einem Attentat vor der russischen Botschaft in Kabul ist die Zahl der Toten weiter gestiegen. Unter den Todesopfern sind auch zwei Botschaftsmitarbeiter. Russland spricht von einem Terrorakt.
05.09.2022, 11:20
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von dpa

Bei einem Anschlag vor der russischen Botschaft in Kabul sind nach Polizei-Angaben sechs Menschen getötet worden - darunter zwei Botschaftsmitarbeiter.

Ein Sprecher der afghanischen Polizei sprach am Montag von vier toten afghanischen Zivilisten und weiteren Verletzten. Wie das russische Außenministerium bestätigte, kamen bei dem Anschlag außerdem zwei Mitarbeiter der russischen Botschaft ums Leben. Darunter soll auch ein Diplomat sein. Es gehe eindeutig um einen Terroranschlag, den Russland verurteile, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat bekannte sich zu dem Anschlag, wie die auf Online-Propaganda von Extremisten spezialisierte Site Intelligence Group am Montagabend mitteilte. Demnach handelt es sich um den ersten Angriff auf eine diplomatische Vertretung seit der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban vor einem Jahr.

Polizei: Selbstmordattentäter wollte sich in die Luft sprengen

Nach Aussagen der afghanischen Polizei versuchte sich ein Selbstmordattentäter am Montag gegen 11 Uhr Ortszeit in der russischen Botschaft in der afghanischen Hauptstadt Kabul in die Luft zu sprengen. Sicherheitskräfte hätten den Mann verfolgt, bevor er sein Ziel erreichen konnte. Dabei sei es zu der Explosion gekommen, so die Polizei. Die russische Botschaft befindet sich in dem Stadtteil Darul Aman.

Die Vereinten Nationen (UN) in Afghanistan verurteilten den Anschlag und forderten die regierenden Taliban dazu auf, die Sicherheit diplomatischer Mitarbeiter in Afghanistan zu gewährleisten.

Der Taliban-Sprecher des afghanischen Außenministeriums, Abdul Qahar Balkhi, sprach von „engen Beziehungen“ zwischen Afghanistan und Russland. „Wir werden nicht zulassen, dass solche negativen Aktionen schlechte Auswirkungen auf die Beziehungen unserer beider Länder haben“, so Balkhi

Lawrow will Schutz der Botschaft verstärken

Russlands Außenminister Sergej Lawrow kündigte an, den Schutz der Botschaft zu verstärken. Russland gehört zu den wenigen Ländern, die diplomatische Beziehungen zu den militant-islamistischen Taliban halten. Ihre Regierung hat jedoch auch Russland nicht anerkannt.

Die militant-islamistischen Taliban sind in Afghanistan nach dem Abzug der internationalen Truppen seit August vergangenen Jahres wieder an der Macht. Seither gab es mehrfach Anschläge auf Zivilisten durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Diese gilt neben der nationalen Widerstandsgruppe „National Resistance Front“ als eine der bewaffneten Hauptgegner der Taliban.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+