Russland Atomarer Abrüstungsvertrag von Russland und USA nahe

Moskau. Russland und die USA stehen nach Kremlangaben kurz vor dem Abschluss ihres neuen atomaren Abrüstungsvertrags. Darüber hätten sich Kremlchef Dmitri Medwedew und US-Präsident Barack Obama bei einem Telefonat am Samstag verständigt, teilte die Präsidialverwaltung in Moskau mit.
14.03.2010, 18:50
Lesedauer: 1 Min
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Moskau. Russland und die USA stehen nach Kremlangaben kurz vor dem Abschluss ihres neuen atomaren Abrüstungsvertrags. Darüber hätten sich Kremlchef Dmitri Medwedew und US-Präsident Barack Obama bei einem Telefonat am Samstag verständigt, teilte die Präsidialverwaltung in Moskau mit.

Der Text für ein Nachfolgeabkommen des im Dezember 2009 abgelaufenen START-1-Vertrags zur Reduzierung strategischer Offensivwaffen stehe «im Großen und Ganzen». Ein «realistischer Termin» für die Unterzeichnung sei März oder April, sagte der Präsidentenberater Sergej Prichodko nach Angaben der Agentur Itar-Tass.

Es seien nur kleine technische Details auszuhandeln, sagte Prichodko. Grundsätzliche Fragen gebe es nicht mehr zu klären. Der Vertrag solle in einem Drittland, möglicherweise Tschechien, unterzeichnet werden. Die USA hätten Prag ins Gespräch gebracht. Russland sei nicht dagegen, hieß es aus dem Kreml. Medwedew und Obama seien übereingekommen, dass es jetzt möglich sei, Gespräche über ein konkretes Datum für die Unterschrift abzuhalten. Beide seien zufrieden mit dem Verlauf der Verhandlungen.

Am 6. Juli 2009 hatten Medwedew und Obama vereinbart, ein neues rechtlich bindendes Abkommen möglichst zeitnah zu unterzeichnen. Die Zahl der strategischen Sprengköpfe soll jetzt auf 1500 bis 1675 gesenkt werden. Bisher lag das Maximum bei 2200 Sprengköpfen. Bei dem am 31. Juli 1991 unterzeichneten START-I-Vertrag, um dessen Nachfolge es jetzt geht, dauerte es mehr als drei Jahre, bis das Dokument ratifiziert und damit gültig wurde.

Moskau und Washington ringen seit Monaten um einen neuen START-Vertrag. Zuletzt sorgten die US-Raketenabwehrpläne in Rumänien für Verzögerungen. Moskau beklagt vor allem, dass die USA ihre genauen Pläne nicht öffentlich machen. Bei früheren Abrüstungsgesprächen galt das lange Festhalten der USA an ihren Raketenabwehrplänen in Mitteleuropa als Haupthindernis. Schon die Umsetzung des START-II-Abkommens scheiterte, weil Moskau das mittlerweile gekippte US-Abwehrprojekt in Polen und Tschechien als Teil einer globalen Aufrüstung der USA gesehen hatte. (dpa)

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