Extremismus Attentäter plante weitere Anschläge

Oslo. Der rechtsradikale Attentäter Anders Behring Breivik hat vor einer Woche auch Bombenanschläge am Osloer Schloss und dem Hauptquartier der norwegischen Sozialdemokraten geplant. Das berichtete die Zeitung "VG" in Oslo unter Berufung auf Polizeikreise.
30.07.2011, 13:20
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Oslo. Der rechtsradikale Attentäter Anders Behring Breivik hat vor einer Woche auch Bombenanschläge am Osloer Schloss und dem Hauptquartier der norwegischen Sozialdemokraten geplant. Das berichtete die Zeitung "VG" in Oslo unter Berufung auf Polizeikreise.

Weiter hieß es, der Massenmörder, der in Oslo und auf der Insel Utøya 77 Menschen getötet hat, habe die noch weitergehenden Terrorpläne wegen "logistischer Probleme" nicht verwirklichen können.

Sein Anwalt Geir Lippestad berichtete in "VG", die Polizei habe dem 32-Jährigen bei einem Verhör am Freitag erstmals die Zahl seiner Opfer mitgeteilt. "Ich habe keine Reaktion feststellen können. Ich konnte weder ein Lächeln noch Anzeichen für Enttäuschung bemerken," sagte der Verteidiger.

Breivik hatte am Freitag letzter Woche erst eine Bombe im Osloer Regierungsviertel detonieren lassen, die acht Menschen das Leben kostete. Danach tötete er 69 Teilnehmer eines Jugendlagers der norwegischen Sozialdemokraten auf der Insel Utøya. Als Motiv für sein Handeln hatte der fanatische Islamhasser angegeben, dass er Norwegens regierende Sozialdemokraten "so hart wie möglich" treffen wollte.

Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF, Egil Pedersen, berichtete am Samstag ebenfalls in "VG" über seine Flucht vor dem Massaker auf einer kleinen Fähre. Pedersen sagte, er und andere auf der Insel hätten wegen der kurz vorher gekommenen Berichte von der Zerstörung des Osloer Regierungsviertels an eine putschartige "Machtübernahme" in Norwegen geglaubt, an der auch die Polizei und das Militär beteiligt gewesen seien.

Wesentlich zu diesem Bild habe beigetragen, dass der Attentäter Breivik als Polizist verkleidet auf die kleine Fjordinsel gekommen war. "Ich hatte Angst, dass das Teil eines ausgeklügelten Plans war und ich niemandem mehr vertrauen konnte", sagte Pedersen. Das Massaker auf Utøya dauerte eine Stunde, ehe die Polizei eintraf. (dpa)

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