Demonstranten trotzen Polizei in Bangkok Ausnahmezustand in Bangkok ausgerufen

Bangkok. Die Proteste der Regierungsgegner in Bangkok weiten sich aus. Am Dienstag widersetzten sie sich dem wiederholten Aufruf der Polizei zur Räumung eines besetzten Geschäftsviertels. Zudem zogen mehrere tausend Menschen weiter in Richtung Finanzviertel.
06.04.2010, 12:50
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Bangkok. Die Proteste der Regierungsgegner in Bangkok weiten sich aus. Am Dienstag widersetzten sie sich dem wiederholten Aufruf der Polizei zur Räumung eines besetzten Geschäftsviertels. Zudem zogen mehrere tausend Menschen weiter in Richtung Finanzviertel.

Die Demonstranten sind überwiegend Anhänger des 2006 gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra. Die Polizei hatte am Dienstagmorgen einige Zufahrtsstraßen zu dem besetzten Geschäftsviertel abgeriegelt, um den Zuzug weiterer Demonstranten zu unterbinden. Sie verließen die aufgestellten Barrikaden am Nachmittag aber wieder. Die überwiegend in rot gekleideten Demonstranten applaudierten und umarmten die Polizisten. «Wie sollen wir sie stoppen? Dies sind unsere Schwestern und Brüder», sagte ein Polizist.

Rund 20 000 Menschen kampierten dort auf Straßen und Bürgersteigen vor den Einkaufszentren und Luxushotels und blockierten den Verkehr. Die Demonstranten verlangen den Rücktritt der Regierung. Ihre Anführer vom Oppositionsbündnis UDD forderten die Polizei heraus, ihre Drohung einer Räumung wahr zu machen. «Wir werden nicht gewalttätig, aber wenn sie uns angreifen, kämpfen wir», sagte Vinuth Pungpadit, einer der Demonstranten. UDD-Anführer Chatuporn Phompan kündigte neue Protestzüge zur Residenz von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva und der Zentrale seiner Partei an.

Vor zwei Jahren waren nach Massenprotesten und fragwürdigen juristischen Manövern zwei Regierungen, die Thaksin nahe standen, des Amtes enthoben. Erst durch den Seitenwechsel einer Partei im Parlament kam der damalige Oppositionsführer und heutige Regierungschef Abhisit Vejjajiva an die Macht. Er will sich dem Druck der Demonstranten nicht beugen. Abhisit hat Neuwahlen Ende des Jahres angeboten, doch wollen die Demonstranten nicht so lange warten. (dpa)

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