Konflikte Bangkok: Festnahme von Protestführer gescheitert

Bangkok. Die Polizei in Bangkok ist mit einem neuen Versuch gescheitert, gegen die seit fast fünf Wochen demonstrierenden Regierungsgegner einzuschreiten. Sondereinheiten stürmten ein Hotel, in dem sie sechs Anführer der Rothemden festnehmen wollten.
16.04.2010, 13:30
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Bangkok. Die Polizei in Bangkok ist mit einem neuen Versuch gescheitert, gegen die seit fast fünf Wochen demonstrierenden Regierungsgegner einzuschreiten. Sondereinheiten stürmten ein Hotel, in dem sie sechs Anführer der Rothemden festnehmen wollten.

Doch die Männer waren vorgewarnt. Arisaman Pongruengrong seilte sich filmreif von einem Hotelbalkon ab und wurde auf der Straße von Hunderten seiner Anhängern begeistert empfangen. Auch die Festnahme der anderen fünf misslang. «Der Einsatz war mit Schwierigkeiten verbunden», räumte Regierungssprecher Panitan Wattanayagorn ein.

Die Regierungskrise wird unterdessen immer komplizierter, der Spielraum für Verhandlungen kleiner, sagen politische Beobachter. In Bangkok gilt zwar der Ausnahmezustand, der Versammlungen von mehr als fünf Menschen verbietet. Tausende Demonstranten ignorieren das aber. Die Polizei hatte bis Freitag keine Handhabe gegen sie gefunden. Ein Versuch, die Demonstrationen gewaltsam aufzulösen, endete vergangenen Samstag in einem Blutbad. 23 Menschen kamen bei Straßenschlachten ums Leben, mehr als 800 wurden verletzt.

Die Rothemden, meist Anhänger des 2006 gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra, verlangen den Rücktritt der Regierung. Sie sind im Oppositionsbündnis «Vereinigte Front für Demokratie und gegen Diktatur» (UDD) organisiert. «Die UDD-Anführer wollen erreichen, dass Thailand als unregierbar da steht und die Regierung alle Glaubwürdigkeit und Legitimität verliert», sagte der Politologe Thitinan Pongsudhirak.

Nach den wochenlangen Verkehrsbehinderungen in Bangkok formierten sich am Freitag rund 5000 Gegendemonstranten in rosa Hemden. Sie zogen zu einem Armeestützpunkt, wo Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva Quartier genommen hat und zeigten demonstrativ Solidarität mit der Regierung. (dpa)

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