Fernsehen Britische Premier-Kandidaten bei historischem Duell

London . Die Spitzenkandidaten für das Amt des britischen Premiers haben sich am Donnerstagabend erstmals in der Geschichte des Landes einem Fernseh-Duell gestellt.
15.04.2010, 22:40
Lesedauer: 2 Min
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London . Die Spitzenkandidaten für das Amt des britischen Premiers haben sich am Donnerstagabend erstmals in der Geschichte des Landes einem Fernseh-Duell gestellt.

Der derzeitige Labour-Premier Gordon Brown trat dabei gegen seinen Konkurrenten David Cameron von den konservativen Tories sowie Nick Clegg von den Liberaldemokraten an. Nach einem eher steifen Start, bei dem die Kandidaten in kurzen Stellungnahmen ihre zentralen Anliegen vortragen konnten, entwickelte sich schnell eine lebendige Diskussion.

Der Debatte wurde seit Monaten entgegengefiebert, sie gilt als Herzstück des Wahlkampfes. Denn nach Umfragen ist das Ergebnis der Unterhauswahl am 6. Mai noch offen. Mit der Debatte wollten die Spitzenpolitiker die Briten auch für den Wahlkampf begeistern, der bisher nicht viele Bürger mitgerissen hat. Der Schlagabtausch im Sender ITV ist einer von dreien, die vor der Wahl stattfinden. 65 Prozent der Briten wollen sich die TV-Debatten anschauen - das wären hochgerechnet rund 30 Millionen Menschen.

Die Regeln für das eineinhalb Stunden lange Duell waren strikt: 200 Zuschauer wurden für die Sendung ausgewählt. Sie durften vorher Fragen einreichen, vin denen dann eine Auswahl getroffen wurde. Es durfte zwischendrin nicht gebuht oder geklatscht werden. Der Schwerpunkt der Debatte lag auf innenpolitischen Themen.

Spannend war die Debatte vor allem, weil Brown normalerweise das Rampenlicht scheut. Der 59 Jahre alte Premier gilt - anders als sein 43 Jahre alter Konkurrent Cameron - als nicht besonders telegen und eher langweilig. Der Chef der Labour-Partei sagte, er sei nicht sehr nervös, sondern «entschlossen, unsere Ansichten rüberzubringen». Cameron nannte die Debatte eine «großartige Möglichkeit», mit denen zu kommunizieren, die «von der Politik abgeschaltet» haben.

Brown hatte dem Duell nur auf großen Druck der Opposition zugestimmt. Was in den USA und Deutschland vor Wahlen bereits Tradition hat, gab es in Großbritannien bisher noch nie. Selbst der telegene Tony Blair, Browns Vorgänger, hatte sich um eine TV-Debatte in letzter Sekunde herumgemogelt.

Die zweite Debatte läuft am 22. April auf Sky News, dabei geht es um außenpolitische Fragen. Das letzte Duell findet am 29. April bei der BBC statt und dreht sich um die Wirtschaft.

Derzeit liegen die Tories in Umfragen vorne. Ihr lange riesiger Vorsprung vor Labour war allerdings zuletzt stark geschrumpft. Die Liberaldemokraten, die drittgrößte britische Partei, stehen derzeit bei rund 20 Prozent. (dpa)

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