Ukraine-Konflikt Deutschland und Katar unterzeichnen Energiepartnerschaft

Es ist der nächste Schritt auf dem Weg zur Unabhängigkeit von russischem Gas. Deutschland will zukünftig in Sachen Energie enger mit Katar zusammenarbeiten. Das bringt eine Partnerschaft.
20.05.2022, 17:34
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Von dpa

Im Ringen um mehr Unabhängigkeit von russischem Gas hat die Bundesregierung eine Energiepartnerschaft mit Katar geschlossen. Der Energieminister von Katar, Saad Sherida Al-Kaabi, und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) unterzeichneten bei einem Staatsbesuch eine Absichtserklärung für eine tiefere Zusammenarbeit, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag in Berlin mitteilte. Die Energiepartnerschaft werde Deutschland durch den Bezug von Flüssiggas-Importen (LNG) aus Katar bei der Diversifizierung seiner Gasversorgung helfen und zugleich der Zusammenarbeit bei „grünem Wasserstoff“ einen Schub verleihen.

Die deutsch-katarische Energiepartnerschaft solle den „hochrangigen Austausch“ beider Regierungen zu energiebezogenen Themen fördern, Brücken zwischen beiden Ländern bauen und Akteure aus öffentlichem und privatem Sektor zusammenbringen, hieß es. Vorgesehen seien regelmäßige Treffen zwischen dem katarischen Energieministerium und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

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Das Wirtschaftsministerium kündigte zwei Arbeitsgruppen an. Die Arbeitsgruppe LNG und Wasserstoff werde die Handelsbeziehungen in dem Bereich fördern und ein Diskussionsforum zu Fragen der Infrastruktur und regulatorischen Maßnahmen schaffen. Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Lastmanagement werde sich ferner mit dem Ausbau von Kapazitäten bei erneuerbaren Energien sowie verbundenen Themen wie Infrastruktur und Strommärkte befassen. Auch Klimaschutz solle eine Rolle spielen: Das Gremium solle den Dialog zu Energieeffizienzlösungen voranbringen, „welche zur Dekarbonisierung der Sektoren Gebäude, Verkehr und Industrie beitragen können“.

Deutschland will sich wegen des Kriegs in der Ukraine von russischem Gas unabhängig machen und setzt dabei auf Lieferungen von Flüssiggas (LNG). Habeck hatte deshalb bereits im März Katar besucht.

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