USA Ein Toter bei Koran-Protesten vor Bundeswehr-Feldlager

Kabul. Bei Protesten gegen die Ankündigung einer Koranverbrennung in den USA ist vor dem Bundeswehr-Feldlager im nordostafghanischen Feisabad nach Regierungsangaben ein Demonstrant erschossen worden.
11.09.2010, 15:00
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Kabul. Bei Protesten gegen die Ankündigung einer Koranverbrennung in den USA ist vor dem Bundeswehr-Feldlager im nordostafghanischen Feisabad nach Regierungsangaben ein Demonstrant erschossen worden.

Der Sprecher der Regierung der Provinz Badachschan, Mohammad Amin Sohail, sagte, afghanische Polizisten hätten am Freitag das Feuer eröffnet, nachdem ein Mob Steine auf das Camp geworfen habe. Ein Demonstrant sei getötet worden. Fünf weitere seien verwundet worden. Auch fünf Polizisten seien verletzt worden.

Weder die Bundeswehr noch Provinz-Polizeichef Agha Nur Kentus bestätigten, dass es ein Todesopfer gegeben habe. Nach Angaben des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Geltow bei Potsdam wurden bei den Protesten vor dem Feldlager acht Demonstranten und zwei afghanische Polizisten verletzt. Bundeswehrsoldaten seien nicht beteiligt gewesen, sagte ein Sprecher. Die Zahl der Demonstranten bezifferte der Sprecher auf 400 bis 600.

Sohail sprach dagegen von höheren Teilnehmerzahlen. Er sagte, nach Gebeten zum Ende des Fastenmonats Ramadan seien zunächst einige hundert Demonstranten von der Moschee aus durch die Provinzhauptstadt marschiert. Die Menge sei dann auf 5000 bis 10 000 Menschen angeschwollen, die zum Feldlager gezogen seien.

Auch der Demonstrant Maulawi Mohammad Ismail sprach von mehreren tausend Teilnehmern. Ismail sagte, der Protest sei friedlich verlaufen, bis Jugendliche damit begonnen hätten, Steine zu werfen. Demonstranten hätten «Tod für Amerika», «Tod für die Feinde des Islam» und «Der Heilige Koran ist unser Gesetz» skandiert.

Der äußere Sicherungsring um Bundeswehr-Camps in Afghanistan wird immer von afghanischen Sicherheitskräften bemannt. Damit soll vermieden werden, dass in Fällen wie diesem deutsche Soldaten gezwungen sind, auf afghanische Zivilisten zu schießen.

Polizeichef Kentus sagte, die Demonstration sei aufgelöst worden. Die Lage sei unter Kontrolle. (dpa)

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