Flüchtlingsstreit Erdogan: Griechenland soll Migranten in andere EU-Länder lassen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Griechenland dazu ermuntert, Migranten an der gemeinsamen Grenze in Richtung anderer EU-Länder durchzulassen.
08.03.2020, 14:27
Lesedauer: 1 Min
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"Hey Griechenland, diese Menschen kommen nicht zu dir und bleiben, sie kommen zu dir und gehen in andere Länder Europas. Warum störst du dich daran?“, sagte Recep Tayyip Erdogan am Sonntag auf einer Veranstaltung anlässlich des Weltfrauentags in Istanbul. „Mach du doch auch die Tore auf“, sagte Erdogan weiter an Griechenland gerichtet.

Zugleich kritisierte der türkische Präsident das Nachbarland scharf und warf Griechenland vor, Migranten, die es in die EU geschafft haben, unrechtmäßig in die Türkei zurückzuschicken, zu „schlagen“, zu „töten“ und zu „foltern“. Niemand erhebe die Stimme gegen solch unmenschliche Aktionen, kritisierte Erdogan. Das Gegenteil sei der Fall, Griechenland werde sogar noch unterstützt.

Nach türkischen Angaben war am vergangenen Mittwoch ein Migrant von griechischen Sicherheitskräften erschossen worden. Auch vergangenen Montag soll ein Migrant an der türkisch-griechischen Grenze getötet worden sein. Athen wies das entschieden zurück.

Erdogan hatte vor rund einer Woche erklärt, die Grenzen in die EU seien für Flüchtlinge und andere Migranten geöffnet. Daraufhin machten sich Tausende Menschen auf den Weg zur griechischen Grenze, wo noch immer viele von ihnen ausharren. Griechenland drängt die Migranten immer wieder auch mit dem Einsatz von Tränengas zurück.

Der türkische Präsident hat ein Treffen mit EU-Vertretern am Montag in Aussicht gestellt. Er reise nach Belgien und werde an einem Treffen mit EU-Vertretern teilnehmen, sagte Erdogan am Sonntag in Istanbul. Eine Bestätigung aus Brüssel gab es zunächst nicht. (dpa)

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+++Dieser Artikel wurde um 14.54 Uhr aktualisiert+++

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