Fidel Castro Fidel Castro stellt ersten Memoiren-Band vor

Havanna. Kubas Revolutionsführer Fidel Castro hat in Havanna den ersten Band seiner Memoiren präsentiert. Nach seinen Worten geht es in dem rund 900 Seiten starken Band mit dem Titel «Der strategische Sieg» um seinen bewaffneten Kampf gegen die Armee des Diktators Fulgencio Batista.
03.08.2010, 13:50
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

Havanna. Kubas Revolutionsführer Fidel Castro hat in Havanna den ersten Band seiner Memoiren präsentiert. Nach seinen Worten geht es in dem rund 900 Seiten starken Band mit dem Titel «Der strategische Sieg» um seinen bewaffneten Kampf gegen die Armee des Diktators Fulgencio Batista.

Castro, der in den vergangenen drei Wochen bereits neunmal öffentlich in Erscheinung getreten war, zeigte sich am Montag (Ortszeit) in einem roten Hemd. Er wurde von etlichen betagten Revolutionsveteranen begleitet. Auch der 16-jährige Elián González, der vor gut zehn Jahren als kleiner Bootsflüchtling für großes Aufsehen gesorgt hatte, war mit dabei.

«Ich hatte wirklich geglaubt, dass ich dieses Werk nicht mehr erleben würde», sagte Castro, der vor vier Jahren wegen einer schweren Krankheit die Regierungsgeschäfte an seinen Bruder Raúl abgegeben hatte. Castro hatte das Erscheinen des Buches vor wenigen Tagen angekündigt und gesagt, er habe während seiner Krankheit daran geschrieben. Nach kubanischen Angaben sind die ersten 10 000 Exemplare im Druck, 50 000 folgten bald.

Castro hatte vor mehr als einem halben Jahrhundert mit einer kleinen Rebellentruppe den Diktator Batista besiegt, der am 1. Januar 1959 aus dem Land floh. Seitdem hat Castro Kuba beherrscht. Zwar wurde Raúl Castro mit der Neuwahl des Staatsrats 2008 auch formal Staats- und Regierungschef, doch Fidel ist immer noch Erster Sekretär der Kommunistischen Partei Kubas.

Es hatte schon in der Vergangenheit verschiedene autobiografisch geprägte Castro-Bücher gegeben. 2008 veröffentlichte der Attac- Mitgründer Ignacio Ramonet «Fidel Castro - Mein Leben», das auf Interviews mit dem Comandante von insgesamt rund 100 Stunden beruht. Darin erzählt Castro über sein Leben, über die kubanische Revolution und über sein Verhältnis zu den Staatsmännern dieser Welt. Schon vor rund 25 Jahren verfasste der brasilianische Befreiungstheologe Frei Betto seine «Nachtgespräche mit Fidel», in denen Castro ebenfalls ausführlich aus seinem Leben plaudert.

Castro nutzte die Buchvorstellung am Montag auch für Attacken auf die USA. Er versicherte, diese hätten nicht nur das Heer Batistas mit Panzern, Flugzeugen und Maschinengewehren ausgerüstet, sondern dessen Soldaten auch gelehrt, «Gefangene zu töten» und zu foltern. In diesem Zusammenhang warf Castro den USA vor, den kubanischen Agenten Gerardo Hernández zu foltern, der in einem kalifornischen Gefängnis eine langjährige Haftstrafe wegen Spionage verbüßt. (dpa)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+