Ankunft in Paris

Frankreich nimmt 51 Lifeline-Flüchtlinge auf

Die ersten Flüchtlinge, die das Rettungsschiff "Lifeline" an Bord genommen hat, können Malta verlassen. In Frankreich sind 51 von ihnen angekommen. Auch acht andere Länder wollen Menschen aufnehmen.
05.07.2018, 10:50
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Frankreich nimmt 51 Lifeline-Flüchtlinge auf

Endlich in Europa, endlich in Sicherheit: Die Geflüchteten nach ihrer Ankunft in Frankreich.

Office francaise d'immigration et d'intégration

Die ersten Migranten von dem Rettungsschiff "Lifeline" haben Malta verlassen. Frankreich nehme die Gruppe von 51 Flüchtlingen auf, sagte ein maltesischer Regierungssprecher in Valletta am Donnerstag. Insgesamt haben sich neun Länder bereit erklärt, einige der insgesamt rund 230 Migranten von dem Schiff der deutschen Hilfsorganisation Mission Lifelineaufzunehmen. Deutschland ist nicht dabei.

Die Verantwortung untereinander aufzuteilen, sei möglich und es könne auf "menschliche und effektive" Art und Weise gemacht werden, twitterte Maltas Premier Joseph Muscat. Von der Lifeline wollen neben Frankreich außerdem Norwegen, Portugal, die Niederlande, Luxemburg, Italien, Belgien, Irland und Malta selbst Asylsuchende aufnehmen.

Das französische Behörde für Einwanderung und Integration veröffentlichte auf Twitter mehrere Bilder der Menschen, wie sie am Flughafen Charle de Gaulle in Paris ankommen und anschließend in Bussen sitzen, die sie zu ihren Unterkünften bringen sollen. Die Mehrheit der Menschen kommt der Behörde zufolge aus dem Sudan. Von den 51 Flüchtlingen sind laut der französischen Zeitung "Le Parisien" 47 Männer, drei Frauen und ein Kind.

Die "Lifeline" war fast eine Woche auf dem Meer blockiert, nachdem sie die Migranten vor Libyen gerettet hatte. Erst nach der Vereinbarung, dass die Migranten unter EU-Ländern aufgeteilt werden, erlaubte Malta die Einfahrt in einen Hafen.

Der deutsche Kapitän muss sich vor Gericht verantworten, weil er das Schiff ohne ordnungsgemäße Registrierung in maltesische Gewässer gesteuert haben soll. Claus-Peter Reisch ist gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt worden. Er darf aber die Insel nicht verlassen. Die NGO sieht hinter den Anschuldigungen eine politische Kriminalisierungskampagne.

Derzeit ist keine private Seenotrettungsorganisation mehr vor Libyen im Einsatz - und das, obwohl gerade besonders viele Migranten den gefährlichen Weg über das Mittelmeer wagen. Die gefährliche Flucht über das Mittelmeer hat seit Anfang des Jahres bereits mindestens 1405 Menschen das Leben gekostet. Das berichtete die Organisation für Migration (IOM) in Genf. Nach der IOM-Statistik starben im Juni 629 Menschen im Mittelmeer, das sind so viele wie seit Juni 2014 nicht mehr. Im Vorjahreszeitraum waren es 539, aber da waren mindestens doppelt so viele Menschen unterwegs Richtung Europa. (dpa/cah)

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