Kommentar über Syrien Hilfloser Westen

Der Westen und die UN können sich zwar keine neue Friedensordnung mit Assad vorstellen. Aber sie ahnen, dass es ohne oder gegen ihn auch nicht geht, kommentiert Detlef Drewes.
24.04.2018, 21:22
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Hilfloser Westen
Von Detlef Drewes

Nicht nur der Bürgerkrieg, auch die Pläne für die Nachkriegszeit sind grausam. Mit seinem Dekret hat Syriens Diktator Baschar al-Assad endgültig klargemacht, was er wirklich erreichen wollte: ein entvölkertes Land mit seinen politischen Freunden wieder aufzubauen.

Trotzdem wird sich die internationale Gemeinschaft an diesem Mittwoch auf ein weiteres milliardenschweres Programm einigen, dessen Schwerpunkt in erster Linie die humanitäre Hilfe sein dürfte. Denn sowohl Damaskus als auch Moskau und Teheran wissen, dass sich die westlichen Demokratien mit ihrem moralischen Anspruch nicht von den Opfern abwenden können. Selbst wenn die internationale Gemeinschaft damit auf perfide Weise ausgenutzt wird: Für die Opfer lässt man irgendwann den Westen ins Land.

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Der Wiederaufbau bleibt in den Händen Assads, damit er seine Machtbasis noch ausbauen kann. Das Ende des Krieges wird der Beginn neuer politischer Spannungen sein – und derzeit gibt es noch kein Konzept, um sich dagegen zu wehren. Denn das ist klar: Der Westen und die UN können sich zwar keine neue Friedensordnung mit Assad vorstellen. Aber sie ahnen, dass es ohne oder gegen ihn auch nicht geht.

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