Rente Hunderttausende protestieren gegen Rentenreform

Paris. Auf den Pariser Flughäfen droht wegen der landesweiten Streikaktionen gegen die geplante Rentenreform ein Chaos. Die Treibstoffvorräte auf dem größten Flughafen Charles de Gaulle reichten nur noch bis Anfang der Woche, sagte Transportstaatssekretär Dominique Bussereau.
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Paris. Auf den Pariser Flughäfen droht wegen der landesweiten Streikaktionen gegen die geplante Rentenreform ein Chaos. Die Treibstoffvorräte auf dem größten Flughafen Charles de Gaulle reichten nur noch bis Anfang der Woche, sagte Transportstaatssekretär Dominique Bussereau.

Hunderttausende Franzosen protestierten unterdessen erneut gegen die Reform. Wie bei den früheren Demonstrationen lagen die Angaben über Teilnehmerzahlen weit auseinander: Die Polizei zählte gut 800 000, die Gewerkschaften drei Millionen Menschen - in jedem Fall weniger als bei den vorherigen Aktionstagen. An den Protesten nahmen erneut zahlreiche Schüler und Studenten teil.

Die Regierung suche nach Möglichkeiten, um die Treibstoffversorgung der Flughäfen trotz der Blockade zu sichern. Voraussichtlich wird Frankreich verstärkt auf den Import setzen. Am Freitag war in Folge der Streiks die Ölleitung stillgelegt worden, die die beiden Pariser Großflughäfen versorgt.

Weiterhin sind alle zwölf Raffinerien des Landes von Arbeitsniederlegungen betroffen. Zudem blockieren Demonstranten mehrere Treibstoffdepots. Sicherheitskräfte haben bereits mehrere Blockaden wieder aufgehoben.

Oppositionschefin Martine Aubry appellierte an die Regierung, die Beratungen über die Rentenreform einzustellen und einen Runden Tisch zu organisieren. «Wir werden uns an der Suche nach einer Lösung beteiligen», sagte sie dem Sender France 2. Sie erinnerte erneut daran, dass Präsident Nicolas Sarkozy früher mehrfach betont hatte, dass er die Rente mit 60 nicht antasten werde.    

Die Proteste richten sich gegen die Pläne, das Mindestalter für die Rente von 60 auf 62 Jahre anzuheben. Viele Demonstranten äußern aber auch allgemeine Unzufriedenheit mit dem Regierungsstil von Präsident Sarkozy. Die Reform soll am Mittwoch durch den Senat gehen und noch vor Ende des Monats endgültig verabschiedet werden.

In den vergangenen Tagen hatte es in Frankreich Diskussionen über die Glaubwürdigkeit der Teilnehmerzahlen an den Protesten gegeben. Die Zahlen der Gewerkschaften übersteigen die der Polizei oft um ein Vielfaches - in Paris liegen sie meist dreimal so hoch, in Marseille auch schon zehnmal so hoch. Innenminister Brice Hortefeux wollte am Wochenende Vorschläge vorlegen, um die Zählmethoden zu verbessern. (dpa)

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