Menschenrechte Iran hindert Dichterin an der Ausreise

Teheran/Paris. Der Iran hat die Dichterin Simin Behbahani nicht zu einer Feier zum Internationalen Frauentag in Paris reisen lassen.
09.03.2010, 07:20
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Teheran/Paris. Der Iran hat die Dichterin Simin Behbahani nicht zu einer Feier zum Internationalen Frauentag in Paris reisen lassen.

Behbahani (82), die als bekannteste Lyrikerin ihres Landes gilt, sei mehrere Stunden lang am internationalen Flughafen der Hauptstadt Teheran festgehalten und befragt worden, berichtete die Webseite «Kalame» von Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi. Schließlich sei ihr Reispass eingezogen und die Reise verboten worden. Frankreich bedauerte die Entscheidung der iranischen Behörden. Behbahani stehe für den Mut vieler anderer Iraner, die trotz der Repression einen gewaltfreien Kampf für die Ausübung ihrer Grundrechte führten, kommentierte das Außenministerium in Paris.

Im Iran gilt Behbahani auch als Vorkämpferin für Frauenrechte. Sie hat nach der von Protesten begleiteten Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad im vergangenen Juni wiederholt Aufrufe zur Befreiung von festgenommenen Demonstranten mitunterzeichnet. In Paris wollte die Dichterin einen Text als Hommage an die Frauen vortragen.

Erst am Wochenende war ein Sohn des Oppositionspolitikers Mehdi Karrubi von den Behörden am Verlassen des Landes gehindert worden. Mohammed-Taghi Karrubi, ein Hochschuldozent, wollte am Freitag aus beruflichen Gründen nach London fliegen. Am Flughafen sei ihm von der Polizei jedoch der Pass abgenommen und die Ausreise untersagt worden. Eine Begründung hätten die Behörden nicht genannt. (dpa)

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