Afghanistan ISAF-Offensive stößt auf erbitterten Widerstand

Kabul. Bei der Großoffensive gegen die radikal-islamischen Taliban in der südafghanischen Provinz Helmand sind weitere sechs Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF ums Leben gekommen.
19.02.2010, 14:30
Lesedauer: 2 Min
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Kabul. Bei der Großoffensive gegen die radikal-islamischen Taliban in der südafghanischen Provinz Helmand sind weitere sechs Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF ums Leben gekommen.

Wie die NATO-geführte ISAF in der Nacht zu Freitag mitteilte, starben drei Soldaten bei Gefechten während der Operation «Muschtarak». Drei weitere seien bei der Explosion von Sprengsätzen getötet worden. Die ISAF machte keine Angaben zur Nationalität der Toten. Im benachbarten Pakistan kam unterdessen der Bruder des einflussreichen Extremisten-Chefs Siradschuddin Hakkani bei einem US-Raketenangriff ums Leben.

Nach Angaben der ISAF stoßen die internationalen und afghanischen Truppen vor allem in der Region um die Stadt Mardscha weiterhin auf «entschlossenen Widerstand» der Aufständischen. Dort seien die Soldaten zum Teil «heftig» beschossen worden. Zudem stellten von den Taliban versteckte Sprengsätze eine Gefahr für die Einsatzkräfte dar.

Die Operation «Muschtarak» («Gemeinsam») gegen die Aufständischen in Helmand ist die bislang größte Offensive seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001. Insgesamt sind daran 15 000 afghanische und ausländische Soldaten beteiligt. Die größten ausländischen Kontingente stellen Amerikaner und Briten. Seit Beginn der Offensive vor knapp einer Woche starben bislang elf ISAF-Soldaten. Offizielle Angaben zu getöteten Taliban-Kämpfern liegen bislang nicht vor.

Bei dem US-Luftangriff im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet wurden neben Mohammed Hakkani drei weitere Aufständische getötet. Wie am Freitag aus pakistanischen Sicherheitskreisen verlautete, hatten die von einer Drohne - einem unbemannten Flugzeug - abgefeuerten Raketen am Vortag ein Haus im Stammesgebiet Nord-Waziristan zerstört. Unklar war zunächst, ob sich zum Zeitpunkt des Angriffs auch der Chef des Hakkani-Netzwerks, Siradschuddin Hakkani, in dem Gebiet aufhielt.

Das Hakkani-Netzwerk gilt neben den radikal-islamischen Taliban um Mullah Omar als eine der gefährlichsten Terrorgruppen in der Region und soll enge Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida haben. Die Hakkani-Kämpfer operieren vor allem in den östlichen Provinzen Afghanistans, wo sie immer wieder Anschläge gegen internationale Truppen verüben. Die Stammesgebiete im benachbarten Pakistan sollen ihnen als Schutz- und Rückzugsraum dienen. (dpa)

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