Kanada Kanadische Jagdflieger fangen russische Bomber ab

Ottawa/New York. Kanadische Jagdflugzeuge haben an der Nordgrenze des Landes zwei russische Bomber abgefangen. Die Piloten der Tupolew Tu-95 hätten versucht, von Richtung Nordpol kommend in den kanadischen Luftraum einzudringen, wie das Verteidigungsministerium in Ottawa am Samstag meldete.
01.08.2010, 18:40
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Ottawa/New York. Kanadische Jagdflugzeuge haben an der Nordgrenze des Landes zwei russische Bomber abgefangen. Die Piloten der Tupolew Tu-95 hätten versucht, von Richtung Nordpol kommend in den kanadischen Luftraum einzudringen, wie das Verteidigungsministerium in Ottawa am Samstag meldete.

Die beiden Flugzeuge hätten mehrere Versuche unternommen, seien aber immer wieder von kanadischen Jägern abgedrängt worden.

Russische Quellen berichteten hingegen, die Bomber seien auf einem normalen Trainingsflug gewesen und nie in fremden Luftraum eingedrungen. Kanadas Verteidigungsminister Peter MacKay nannte den Einsatz seiner Luftwaffe eine «Botschaft»: «Wir haben CF-18-Jäger da und wir werden sie jedes Mal begrüßen.» Der Regierung dürfte der Einsatz nicht ungelegen kommen: Ottawa will für 16 Milliarden Dollar (12 Milliarden Euro) 65 neue F-35-Jäger in den USA kaufen.

Der Vorfall ereignete sich nach kanadischen Angaben bereits am Mittwoch keine 500 Kilometer nördlich von Goose Bay im Osten Labradors. Nahe dem Städtchen ist eine der größten Luftwaffenbasen der NATO, auf der auch deutsche Luftwaffen-Piloten regelmäßig üben. Mit dem gewaltigen Langstreckenbomber Tu-95 (NATO-Codename «Bear»), der mit seinen acht Propellern eine Reichweite von mehr als 14 000 Kilometer hat und Atomwaffen tragen kann, hat Russland in den vergangenen Jahren immer wieder den Luftraum Großbritanniens, Islands, Japans, Kanadas und anderer Staaten verletzt. Im letzten Jahr waren die Tupolews Kanada unmittelbar vor einem Besuch von US- Präsident Barack Obama nahe gekommen.

Moskau will mit diesen Flügen auch seinen Anspruch auf die Arktis untermauern. Ein 1,2 Millionen Quadratkilometer großer Teil einschließlich des Nordpols gehöre Russland. Der Kreml hat immer wieder klargemacht, seine Interessen notfalls auch mit militärischer Gewalt durchsetzen zu wollen. (dpa)

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