Nobelpreise Kohl Mitfavorit beim Friedensnobelpreis

Oslo. Kurz vor der Bekanntgabe der Entscheidung zum Friedensnobelpreis durch das norwegische Nobelkomitee am Freitag kursierten in Oslo als Favoriten vor allem die Namen des inhaftierten chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo und der afghanischen Menschenrechtlerin Simi Samar.
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Oslo. Kurz vor der Bekanntgabe der Entscheidung zum Friedensnobelpreis durch das norwegische Nobelkomitee am Freitag kursierten in Oslo als Favoriten vor allem die Namen des inhaftierten chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo und der afghanischen Menschenrechtlerin Simi Samar.

Nach Angaben des TV-Senders NRK gehört zum engeren Anwärterkreis unter insgesamt 237 Kandidaten in diesem Jahr auch wieder Altbundeskanzler Helmut Kohl.

Der 80-jährige Kohl wird seit Jahren immer wieder für seine Leistung bei der friedlichen Beendigung des Kalten Krieges und der deutschen Vereinigung als Kandidat vorgeschlagen. Letzter deutscher Träger des Friedensnobelpreises war 1971 der damalige Bundeskanzler Willy Brandt. Er wurde für seine Aussöhnungspolitik mit den osteuropäischen Nachbarn der Bundesrepublik geehrt.

Kurz vor der Entscheidung des Komitees setzte sich der frühere argentinische Fußballstar und Ex-Nationaltrainer Diego Maradona dafür ein, dass die Organisation der Großmütter des Maiplatzes (Abuelas de la Plaza de Mayo) ausgezeichnet wird. Die Großmütter suchen seit mehr als 30 Jahren nach den von der Militärdiktatur (1976-1983) geraubten Kindern.

Für eine Vergabe an Liu Xiaobo setzten sich unter anderem der tschechische Ex-Präsident Vaclav Havel und der Dalai Lama ein. Als aussichtsreiche russische Kandidatin gilt Swetlana Gannuschkina von der vor allem für Tschetschenen aktiven Flüchtlingshilfsorganisation «Zivile Unterstützung».

Im letzten Jahr hatte US-Präsident Barack Obama völlig überraschend die mit zehn Millionen schwedischen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotierte Auszeichnung erhalten, obwohl er damals erst knapp ein Jahr im Amt war. In der Begründung hieß es, Obama habe «ein neues internationales Klima geschaffen». Die Entscheidung war danach umstritten, und auch Obama selbst meinte, dass er den Preis eigentlich noch nicht verdient habe.

Unter der Rekordzahl von 237 Nominierten sind dieses Jahr 38 Organisationen. Hier werden die besten Aussichten dem Sondergerichtshof für Sierra Leone (SCSL) zu Verbrechen im Bürgerkrieg und dem in Oslo ansässigen Exil-Radiosender Democratic Voice of Burma eingeräumt. (dpa)

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