Kommentar über die Wahl in Hongkong

Ein Zeichen

Für die Protestbewegung, die sich gegen die Aushöhlung der freiheitlichen Werte durch Festlandchina stemmt, geht es darum, ein symbolisches Zeichen an Peking zu richten, schreibt China-Experte Fabian Kretschmer
24.11.2019, 20:31
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Von Fabian Kretschmer
Ein Zeichen

Die Wähler standen in Hongkong am Sonntag Schlange, um ihre Stimme abzugeben..

Athit Perawongmetha

Die Kommunalwahlen in Hongkong wären unter normalen Umständen ein rein lokales Thema. Politische Entscheidungsmacht haben die 452 Bezirksratsposten nämlich kaum. Sie bestimmen vor allem über Wohnbauprojekte, Parks oder die Müllentsorgung. Doch normal ist in der Finanzmetropole dieser Tage gar nichts mehr. Seit knapp sechs Monaten wird Hongkong von einem politischen Konflikt bestimmt, der sich in den letzten zwei Wochen zunehmend zugespitzt hat. Aktivisten hatten Universitäten besetzt sowie den wirtschaftlichen Alltag der Stadt lahmgelegt. Für die Protestbewegung, die sich gegen die Aushöhlung der freiheitlichen Werte durch Festlandchina stemmt, geht es darum, ein symbolisches Zeichen an Peking zu richten. Sie wollen beweisen, dass sie noch immer großen Rückhalt in der Bevölkerung genießen. Allein die Wahlbeteiligung von 71 Prozent ist ein deutliches Signal: Noch nie zuvor haben so viele Hongkonger bei Wahlen ihre Stimme abgegeben.

Die vielleicht erfreulichste Nachricht steht jedoch unabhängig vom Wahlergebnis fest: Seit über drei Tagen ist es in diesem blutigen Konflikt ausnahmslos ruhig geblieben.

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