Opposition Kuba lässt Proteste durch Regimetreue beenden

Havanna. Die kubanische Regierung hat am Dienstag Proteste von Angehörigen politischer Gefangener durch rund 100 Regimetreue beenden lassen.
16.03.2010, 21:30
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Havanna. Die kubanische Regierung hat am Dienstag Proteste von Angehörigen politischer Gefangener durch rund 100 Regimetreue beenden lassen.

Seit dem Wochenende hatten in Havanna rund 30 «Damas de Blanco» (Frauen in Weiß) gegen die Verhaftung ihrer Männer und Söhne vor sieben Jahren demonstriert und ihre Freilassung gefordert. Am Dienstag seien die Frauen von Regierungsanhängern umringt und niedergeschrien worden, berichteten Augenzeugen.

Die Angehörigen der Häftlinge hatten unter anderem vor dem Sitz der vom Staat gesteuerten kubanischen Journalistenunion protestiert. Bereits am Internationalen Tag der Menschenrechte im vergangenen Dezember war eine Protestaktion der «Damas de Blanco» von Parteigängern der Regierung abgewürgt worden. Die Frauen kündigten weitere Proteste noch bis zum Wochenende an. 53 der damals während des sogenannten «schwarzen Frühlings» inhaftierten Dissidenten sind nach wie vor im Gefängnis.

Im März 2003 hatte die kubanische Führung insgesamt 75 Dissidenten festnehmen und zu langen Gefängnisstrafen verurteilen lassen. Die Angehörigen, meist Mütter und Frauen, formierten sich zu den «Damas de Blanco», um gemeinsam die Freilassung der Gefangenen zu fordern. Die kubanische Führung sieht in Oppositionellen und Andersdenkenden Spione und Handlanger der USA.

Unterdessen hat erstmals auch Mexiko Havanna aufgefordert, die Würde und Gesundheit der Gefangenen in Kuba zu schützen. Vor dem Hintergrund eines andauernden Hungerstreiks des kubanischen Oppositionellen Guillermo Fariñas erklärte das mexikanische Außenministerium, Mexiko bedauere den Tod des Dissidenten Orlando Zapata, der nach 80 Tagen Hungerstreik gestorben war.

Zapata hatte ebenso wie jetzt Fariñas die Freilassung von politischen Häftlingen gefordert. Fariñas wird nach einem Schwächeanfall derzeit in einem Krankenhaus in Santa Clara in Zentralkuba künstlich ernährt. Er hat erklärt, auch den Tod in Kauf zu nehmen, um die die kubanische Regierung zum Einlenken zu bewegen. (dpa)

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