Nach massiven Drohungen London und Washington schließen Botschaften im Jemen

Sanaa . Nach Anschlagsdrohungen des Terrornetzwerks El Kaida haben die USA und Großbritannien ihre Botschaften im Jemen vorerst geschlossen. Auch die deutsche Botschaft in der Hauptstadt Sanaa verschärfte am Sonntag nach Angaben des Außenministeriums ihre Sicherheitsvorkehrungen. Washington und London erklärten, den Anti-Terrorkampf im Jemen und in Somalia zu verstärken, eine neue Front im Jemen schlossen die USA aber aus.
03.01.2010, 18:45
Lesedauer: 2 Min
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Sanaa . Nach Anschlagsdrohungen des Terrornetzwerks El Kaida haben die USA und Großbritannien ihre Botschaften im Jemen vorerst geschlossen. Auch die deutsche Botschaft in der Hauptstadt Sanaa verschärfte am Sonntag nach Angaben des Außenministeriums ihre Sicherheitsvorkehrungen. Washington und London erklärten, den Anti-Terrorkampf im Jemen und in Somalia zu verstärken, eine neue Front im Jemen schlossen die USA aber aus.

Die US-Botschaft in Sanaa teilte auf ihrer Internetseite mit, der regionale El-Kaida-Ableger, El Kaida auf der Arabischen Halbinsel, habe mit Anschlägen gegen US-Einrichtungen im Jemen gedroht. Wie lange die Botschaften geschlossen bleiben sollten, war zunächst unklar. Gegen die britische Botschaft gab es einem jemenitischen Vertreter in Sanaa zufolge keine direkten Drohungen.Auch gegen die deutsche Botschaft habe es keine Drohung gegeben, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin der Nachrichtenagentur AFP. "Der Dienstbetrieb wird fortgesetzt, aber die Sicherheitsvorkehrungen werden verstärkt."

Der britische Premier Gordon Brown erklärte, zu den mit US-Präsident Barack Obama vereinbarten Maßnahmen gehöre die gemeinsame Finanzierung einer Sondereinheit der Polizei zur Terrorabwehr im Jemen. Außerdem solle die dortige Küstenwache mehr Unterstützung erhalten, sagte Brown der BBC.

Zudem seien sich beide Länder einig, dass in Somalia eine "größere Friedenssicherungstruppe" erforderlich sei. Derzeit sind etwa 5300 Soldaten der Afrikanischen Union in dem nordostafrikanischen Land. Sie unterstützen seit dem Abzug der äthiopischen Interventionstruppen im Januar 2009 die schwache somalische Übergangsregierung gegen die bewaffnete islamische Opposition.

Die US-Regierung will nach Angaben ihres Anti-Terror-Beraters indes keine neue Front im Jemen eröffnen. Die gemeinsamen Anstrengungen Londons und Washingtons bedeuteten keine Entsendung von Truppen, sagte John Brennan im US-Sender Fox News. Die USA würden aber alle notwendigen Schritte ergreifen, um US-Bürger zu schützen. Dem Sender CNN sagte Brennan, trotz der Terrorgefahr bleibe der Jemen ein Aufnahmeland für Häftlinge des Gefangenenlagers Guantanamo.

Der SPD-Außenexperte Rolf Mützenich sagte im "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montagsausgabe), er rechne in Kürze mit einer US-Militäraktion gegen El Kaida im Jemen. Obama werde "wahrscheinlich schon in den kommenden Tagen einen Militärschlag anordnen" und dabei vor allem innenpolitischen Motiven folgen, sagte Mützenich dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Obama machte am Samstag erstmals direkt die El-Kaida-Organisation im Jemen für den Anschlagsversuch auf ein US-Flugzeug verantwortlich, der am ersten Weihnachtsfeiertag vereitelt worden war. (afp)

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