Ärmelkanal Mehr als 20 Tote bei Untergang von Migrantenboot

Fast täglich versuchen Migranten von Frankreich aus über den Ärmelkanal nach Großbritannien zu gelangen. Viele geraten dabei in Seenot - nun ist ein Boot gekentert und mehr als 20 Menschen gestorben.
24.11.2021, 18:02
Lesedauer: 1 Min
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Von dpa

Calais (dpa) - Beim Untergang eines Bootes mit Migranten auf dem Weg nach Großbritannien sind nach französischen Medienberichten mehr als 20 Menschen gestorben. Das meldeten unter anderem die Nachrichtenagentur AFP und der Sender BFMTV jeweils mit Verweis auf die Polizei.

Wie die Maritime Präfektur während der noch laufenden Rettungsaktion mitteilte, setzte ein Fischerboot den Notruf ab, dass sich mehrere Migranten in Seenot im Ärmelkanal befänden. Mit Booten und Hubschraubern bemühten sich Helfer von Frankreich aus um eine Bergung. Einige der Geretteten befänden sich in Lebensgefahr.

Frankreichs Premierminister Jean Castex sprach von einer Tragödie, seine Gedanken seien bei den zahlreichen Opfern. Es gebe große Betroffenheit angesichts des Dramas beim Kentern des Bootes, sagte Innenminister Gérald Darmanin. Er werde zum Ort des Unglücks reisen. „Man kann nicht oft genug betonen, wie kriminell die Schlepper sind, die diese Überfahrten organisieren“, sagte Darmanin.

Wie die Zeitung „La Voix du Nord“ berichtete, belaufe sich die Zahl der Toten inzwischen auf 27. Auf dem Boot hätten sich rund 50 Migranten befunden, als dieses rund 15 Kilometer von Calais entfernt kenterte.

Im laufenden Jahr haben bisher mehr als 24.700 Menschen illegal den Ärmelkanal überquert. Das sind fast dreimal so viele wie im gesamten Jahr 2020. Die britische Regierung wirft Frankreich vor, nicht genug gegen illegale Überfahrten zu unternehmen, Paris weist das zurück.

Erst im Juli hatten beide Seiten ein neues Kooperationsabkommen vereinbart, um die wachsende Zahl der Migranten, die mit kleinen Booten über den Ärmelkanal nach England kommen, in den Griff zu bekommen. London sagte dabei 62,7 Millionen Euro zu, um die französischen Behörden zu unterstützen.

© dpa-infocom, dpa:211124-99-129742/4

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