Konflikte Mitarbeiter von christlichem Hilfswerk getötet

Islamabad. Im Nordwesten Pakistans sind sechs einheimische Mitarbeiter des christlichen Hilfswerks World Vision von Unbekannten getötet worden. Unter den Todesopfern waren zwei Frauen.
10.03.2010, 13:41
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Islamabad. Im Nordwesten Pakistans sind sechs einheimische Mitarbeiter des christlichen Hilfswerks World Vision von Unbekannten getötet worden. Unter den Todesopfern waren zwei Frauen.

Fünf weitere pakistanische Helfer seien am Mittwoch bei dem Angriff auf das Büro der internationalen Hilfsorganisation nahe der Stadt Mansehra verletzt worden, teilte die Polizei mit. World-Vision-Sprecher Rienk Van Velzen sagte, der Grund des Angriffs sei unklar. Der Vorstandsvorsitzende von World Vision Deutschland, Christoph Waffenschmidt, sagte: «Wir sind geschockt über den brutalen Angriff und diesen sinnlosen Tod unserer Kollegen.» World Vision habe alle Hilfsmaßnahmen in Pakistan bis auf weiteres eingestellt.

Seit dem verheerenden Erdbeben im Herbst 2005 im Norden Pakistans koordinieren zahlreiche Hilfsorganisationen ihre Arbeiten im Katastrophengebiet von Mansehra aus. Die Zentrale von World Vision sitzt in den USA. Im Distrikt Mansehra sollen zahlreiche Taliban-Kämpfer Zuflucht gesucht haben, die vor Armeeoperationen in anderen Gegenden geflohen sind. Bei zwei Selbstmordangriffen auf Polizeiwachen in dem Distrikt wurden im vergangenen Monat ein Polizeioffizier getötet und mehrere Sicherheitskräfte verletzt.

«Diejenigen, die die Helfer getötet haben, müssen wissen, dass sie ihre eigenen Landsleute umgebracht haben und noch dazu Menschen, die sich gegen Armut und für bessere Lebensbedingungen in ihrem Land eingesetzt haben», sagte Waffenschmidt. World Vision Deutschland teilte unter Berufung auf die Organisation in Pakistan mit, vor der Tat habe es weder Hinweise auf einen Anschlag noch einen Drohbrief gegeben. Grundsätzlich seien in der Region jedoch westliche Organisationen angefeindet worden. World Vision engagiert sich nach eigenen Angaben seit 1992 in Pakistan.

Ein Polizist berichtete, es sei zunächst zu einer Explosion gekommen, dann hätten Bewaffnete das Feuer in dem Büro eröffnet. Die Polizei fahnde nach «rund 15 maskierten Bewaffneten», die nach dem Angriff in die Berge geflohen seien. (dpa)

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