Konflikte Polen stoppt weitere Migranten an Grenze zu Belarus

Seit Wochen gibt es keine Lösung für den Konflikt an der polnischen Grenze zu Belarus. Die Lage für die Migranten verschärft sich weiter. Am Morgen war es offenbar zu Ausschreitungen gekommen.
30.11.2021, 12:00
Lesedauer: 1 Min
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Von dpa

Warschau/Brusgi (dpa) - Polens Grenzschutz hat innerhalb von 24 Stunden 134 Versuche von Migranten registriert, von Belarus aus die Grenzsperren zu überwinden und illegal in die EU zu gelangen.

Am frühen Dienstagmorgen habe in der Nähe der Ortschaft Szudzialowo eine größere Gruppe „aggressiver Ausländer“ Steine, Metallstangen und Feuerwerkskörper auf die polnischen Beamten geworfen, teilte die Behörde auf Twitter mit.

Unterdessen wurde ein geplanter weiterer Rückführungsflug von Irakern aus Belarus kurzfristig abgesagt. Die Maschine der irakischen Fluggesellschaft Iraqi Airways sollte am frühen Nachmittag nach Erbil aufbrechen, wie der Flughafen in Minsk im Nachrichtenkanal Telegram mitteilte. Warum der Flug nicht stattfindet, wurde nicht gesagt.

Erst am vergangenen Wochenende waren Hunderte an der EU-Außengrenze gestrandete Migranten zurück in ihre Heimat geflogen worden. Polens Vize-Außenminister Marcin Przydacz sagte, die irakische Botschaft in Moskau habe begonnen, die Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Heimat zu organisieren. Przydacz warnte aber vor verfrühtem Optimismus: „Wir werden das Ende dieser Krise verkünden, wenn sie auch wirklich zu Ende ist.“

An der Notunterkunft in einer Logistikhalle in Brusgi direkt an der Grenze zu Polen harren weiter viele Menschen aus. Viele benötigen medizinische Hilfe. Nach Angaben der belarussischen Staatsagentur Belta wurde nun eine kleine Krankenstation eröffnet. Die Notfallversorgung sei dort nun rund um die Uhr gewährleistet.

Seit Wochen versuchen Tausende Migranten und Flüchtlinge, von Belarus über die EU-Außengrenzen nach Polen oder in die baltischen Staaten zu gelangen. Die EU wirft dem autoritären belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, gezielt Menschen aus Krisenregionen nach Minsk einfliegen zu lassen, um sie dann in die EU zu schleusen und so die Lage im Westen zu destabilisieren. Die EU-Staaten hatten Stacheldrahtzäune errichtet, um die Migranten aufzuhalten.

© dpa-infocom, dpa:211130-99-198549/2

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