Wahlen Polen wählen am 20. Juni neuen Präsidenten

Warschau. Die Polen wählen am 20. Juni einen Nachfolger für den tödlich verunglückten Präsidenten Lech Kaczynski. Den Termin für die vorgezogene Wahl des neuen Staatsoberhauptes gab Parlamentschef Bronislaw Komorowski am Mittwoch in Warschau bekannt.
21.04.2010, 18:30
Lesedauer: 2 Min
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Warschau. Die Polen wählen am 20. Juni einen Nachfolger für den tödlich verunglückten Präsidenten Lech Kaczynski. Den Termin für die vorgezogene Wahl des neuen Staatsoberhauptes gab Parlamentschef Bronislaw Komorowski am Mittwoch in Warschau bekannt.

Kaczynski war bei einem Flugzeugabsturz am 10. April bei Smolensk in Westrussland ums Leben gekommen und am Wochenende in Krakau beigesetzt worden. Die Präsidentenwahl sollte ursprünglich im Herbst stattfinden.

Komorowski selbst gilt als Favorit für die Wahl. Er war bereits Ende März von der Regierungspartei Bürgerplattform PO als Kandidat für das Präsidentenamt aufgestellt worden. Nach Kaczynskis Tod hatte der 57-Jährige verfassungsgemäß die Geschäfte des Staatsoberhauptes übernommen. Aktuelle Umfragen bescheinigen ihm einen klaren Vorsprung vor allen Rivalen.

Der kleinere Koalitionspartner der PO, die Polnische Bauernpartei PSL, nominierte am Nachmittag aus Prestigegründen einen eigenen Kandidaten: Wirtschaftsminister und Vize-Regierungschef Waldemar Pawlak. Die Gruppierung will dadurch ihre Position vor der Kommunalwahl im Dezember stärken.

Kandidiert Kaczynskis Zwillingsbruder?

Unklar bleibt, wen die größte Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) nach dem Tod ihres Mitglieds Kaczynski ins Rennen um das Präsidentenamt schickt. Im Gespräch ist Jaroslaw Kaczynski. Der Zwillingsbruder war von 2006 bis 2007 Ministerpräsident und ist Chef der national-konservativen Gruppierung. Der nach dem Flugzeugabsturz seines Bruders und dessen Frau psychisch stark angeschlagene Politiker hat sich noch nicht dazu geäußert. Seine Entscheidung wird für Samstag erwartet.

Um sich für das höchste Amt im polnischen Staat bewerben zu können, müssen die Kandidaten bis zum 6. Mai 100 000 Unterschriften sammeln. Sollte der 20. Juni kein eindeutiges Ergebnis bringen, ist ein zweiter Wahlgang für den 4. Juli geplant.

Beim Flugzeugabsturz in Smolensk starb zudem der Präsidentschaftskandidat der polnischen Linken, Jerzy Szmajdzinski. Der Nachfolger soll am Donnerstag nominiert werden.

Wegen der kurzen Wahlfristen haben Ludwik Dorn, Bewerber der kleinen Parlamentsfraktion Polska Plus, und Sozialdemokrat Tomasz Nalecz, ihre Kandidaturen zurückgezogen. Im Rennen bleiben dagegen der unabhängige Liberale Andrzej Olechowski und der Vertreter der national-katholischen Rechten, Marek Jurek. (dpa)

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