Kirgistan Rätselraten um gestürzten Präsidenten Bakijew

Bischkek/Moskau. Der gestürzte kirgisische Präsident Kurmanbek Bakijew hat nach seiner Flucht nach Kasachstan das zentralasiatische Land Medienangaben zufolge wieder verlassen. Über das Ziel des 60-Jährigen gab es am Samstag unterschiedliche Angaben.
17.04.2010, 17:30
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Bischkek/Moskau. Der gestürzte kirgisische Präsident Kurmanbek Bakijew hat nach seiner Flucht nach Kasachstan das zentralasiatische Land Medienangaben zufolge wieder verlassen. Über das Ziel des 60-Jährigen gab es am Samstag unterschiedliche Angaben.

Nach Informationen der kirgisischen Agentur Akipress soll sich Bakijew in Moskau befinden. Dafür lag zunächst aber keine offizielle Bestätigung vor. Die Agentur Interfax hatte zuvor gemeldet, der nach einem blutigen Volksaufstand entmachtete Bakijew werde Unterschlupf in Weißrussland finden. Auch die Behörden in der weißrussischen Hauptstadt Minsk wollten dazu offiziell keine Stellung nehmen.

Der autoritär regierende Präsident von Weißrussland, Alexander Lukaschenko, hatte Bakijew Exil angeboten. Bakijew war am vergangenen Donnerstag ins benachbarte Kasachstan ausgereist und hatte von dort aus per Fax seinen Rücktritt erklärt. Er war seit 2005 im Amt. Vor gut einer Woche war Bakijew mit einem Aufstand, bei dem mindestens 84 Menschen starben, gestürzt worden. Danach hatte in der Hauptstadt Bischkek eine Übergangsregierung die Amtsgeschäfte übernommen.

Trotz Bakijews Flucht bleibt die Lage im Süden von Kirgistan, der Hochburg des gestürzten Staatschefs, gespannt. Anhänger des Politikers stürmten am Samstag in der Stadt Dschalal-Abad einen Fernsehsender und setzten die Ausstrahlung einer Botschaft durch. Zuvor hatten Bakijews Anhänger in der Stadt den neuen Innenminister Bolot Schernijasow mit Tritten und Steinwürfen verjagt. Schernijasow war in die unruhige Region gereist, um dort eine Operation der Sicherheitskräfte zur Festnahme eines Bruders von Bakijew zu leiten. (dpa)

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