Atom Russland und Atombehörde gründen Brennstoff-Bank

Wien. Russland und die Internationale Atomenergiebehörde IAEA haben die weltweit erste Bank für Kernbrennstoffe gegründet. Sie soll vor allem eine verbesserte Kontrolle von kernwaffenfähigem Material ermöglichen.
29.03.2010, 17:50
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Wien. Russland und die Internationale Atomenergiebehörde IAEA haben die weltweit erste Bank für Kernbrennstoffe gegründet. Sie soll vor allem eine verbesserte Kontrolle von kernwaffenfähigem Material ermöglichen.

Der Vertrag wurde am Montag vom Chef des staatlichen russischen Energiekonzerns Rosatom, Sergej Kirijenko, und IAEA-Generaldirektor Yukiya Amano unterzeichnet. «Mit unserem Einsatz haben wir die Welt ein bisschen besser gemacht», sagte Kirijenko.

Die «LEU Fuel Bank» wird allen Mitgliedsstaaten der IAEA, die die Verpflichtungen des Atomwaffensperrvertrages erfüllen, schwach angereichertes Uran zur Verfügung stellen. Die ersten Bestände sollen nach Angaben des Konzerns bis spätestens Ende des Jahres zur Verfügung stehen und zu marktüblichen Preisen abgegeben werden. Das Projekt erfülle für Rosatom keinen kommerziellen Zweck, doch sei es auch keine Wohltätigkeitsaktion, sagte Kirijenko.

Es gebe bereits reges Interesse möglicher Käufer, «aber erst muss das Material fertig sein», erklärte der Rosatom-Chef. In Zukunft müssen Länder, die die Brennstoff-Bank nutzen wollen, einen offiziellen Brief an die IAEA schicken. Diese entscheidet, ob angereichertes Uran geliefert wird.

Entwicklungsländer hatten zuvor mit Skepsis auf das Projekt reagiert. Sie befürchten, dass sie dadurch indirekt daran gehindert werden könnten, Nukleartechnologie zu friedlichen Zwecken zu erwerben. Kirijenko betonte jedoch, interessierte Länder könnten die Brennstoff-Reserve nutzen, es hindere sie aber niemand daran, auch Nukleartechnik zu friedlichen Zwecken zu nutzen.

Das Aufsichtsgremium der IAEA hatte im vergangenen November grünes Licht für die Einrichtung der Brennstoff-Bank gegeben. Die Reserve wird in Russland gelagert und soll Ländern eine friedliche Nutzung der Atomkraft ermöglichen. Der für den Betrieb von Atomkraftwerken benötigte Brennstoff soll in Angarsk nahe der sibirischen Stadt Irkutsk hergestellt werden. Eigentümer der Gesamtreserve von 120 Tonnen Uran ist der russische Staat. Rosatom wird die Kosten für die Inbetriebnahme, die Lagerung und die Instandhaltung tragen. (dpa)

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