Parteien Sarkozys Regierungsbündnis zerbröckelt

Paris. Das Lager von Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy muss einen schweren Verlust verkraften: Die Partei des früheren Umweltministers Jean-Louis Borloo (60) löst sich vom Regierungsbündnis UMP.
14.05.2011, 21:31
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Paris. Das Lager von Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy muss einen schweren Verlust verkraften: Die Partei des früheren Umweltministers Jean-Louis Borloo (60) löst sich vom Regierungsbündnis UMP.

Die Delegierten der Parti radical stimmten am Samstag mit großer Mehrheit für diesen Schritt und den Eintritt ins neue Bündnis der Mitte ("Confédération des centres"). Dessen Politik soll sich an republikanischen, ökologischen und sozialen Werten orientieren.

"Von heute an gibt es in der französischen Politik ein neues Angebot", sagte Borloo in Paris. Die Loslösung sei ein historischer Augenblick für die Partei, die rund 12 000 Mitglieder zählt. Über eine mögliche Kandidatur bei der Präsidentenwahl im Frühjahr 2012 will Borloo zwischen Sommer und Herbst entscheiden "Lassen Sie mich noch ein bisschen überlegen", sagte der 60-Jährige mit Verweis auf die "große Verantwortung". Zuvor hatte ihn der Parteikongress offiziell zu einer Kandidatur aufgefordert.

Die Loslösung der Parti radical von der UMP wird als schwere Schlappe für Sarkozy gewertet. Der Präsident wollte das konservative Lager im Vorfeld der Wahlen 2012 eigentlich auf eine gemeinsame Kandidatur einschwören. Sarkozy steckt seit Monaten im Umfragetief. In einer aktuellen Befragung gaben nur 32 Prozent der Franzosen an, Vertrauen in die Arbeit des Staatschefs zu haben. Von Borloo haben 43 der Franzosen ein positives Bild.

Zu den Gründungsmitgliedern des Bündnisses der Mitte gehört neben Borloo der ebenfalls im November abgelöste Verteidigungsminister Hervé Morin. Seine Partei Nouveau Centre (Neues Zentrum) hatte am 7. Mai für den Eintritt in die Vereinigung der Mitte-Rechts-Parteien gestimmt. Ex-Umweltminister Borloo war vor der Kabinettsumbildung im vergangenen November wochenlang als Nachfolger von Premierminister François Fillon gehandelt worden. Als klar war, dass dieser im Amt bleiben würde, hatte Borloo überraschend seinen Abschied aus der Regierung angekündigt. (dpa)

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