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«Solidarnosc»-Priester Popieluszko seliggesprochen

Warschau. Gut ein Vierteljahrhundert nach seiner grausamen Ermordung durch den kommunistischen Geheimdienst ist der polnische Priester Jerzy Popieluszko seliggesprochen worden.
06.06.2010, 21:40
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Warschau. Gut ein Vierteljahrhundert nach seiner grausamen Ermordung durch den kommunistischen Geheimdienst ist der polnische Priester Jerzy Popieluszko seliggesprochen worden.

Beim festlichen Gottesdienst am Sonntag in Warschau verlas Erzbischof Angelo Amato die päpstliche Urkunde. Popieluszko sei ein «Märtyrer, der das Böse mit dem Guten» besiegt habe, sagte der Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechung. An der Messe unter freiem Himmel nahmen mehr als 100 000 Menschen teil, darunter Popieluszkos Mutter.

Nach der Gründung der Gewerkschaft Solidarnosc im August 1980 hatte der junge Priester seelsorgerisch die Beschäftigten der Warschauer Stahlhütte betreut. Nach der Verhängung des Kriegsrechts durch die kommunistische Staatsmacht anderthalb Jahre später engagierte er sich für die verfolgten Arbeiter und Regimekritiker. Bei «Messen fürs Vaterland» kritisierte er die Machthaber und forderte Freiheit für das Land. Durch sein mutiges und kompromissloses Eintreten für die Menschenrechte wurde der Priester zur Symbolfigur des Widerstandes gegen die kommunistische Diktatur.

Eine Sondertruppe des Sicherheitsdienstes entführte den 37-Jährigen während einer Autofahrt am 19. Oktober 1984. Die Agenten schlugen den Priester mit Stöcken bewusstlos und warfen die Leiche in einen Stausee bei Wloclawek. Popieluszkos Beisetzung, an der eine halbe Million Menschen teilnahmen, wurde zur eindruckvollen Demonstration gegen die Partei- und Staatsmacht. Sein Grab wurde zur Pilgerstätte für Millionen Menschen. 1997 wurde ein Seligsprechungsprozess eröffnet. (dpa)

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