Corona-Pandemie

Spanien und Niederlande als Hochinzidenzgebiete eingestuft

Seit Ende Juni sind die Corona-Zahlen in Spanien rapide in die Höhe geschossen. Nun gilt das Land als Hochinzidenzgebiet. Und die Einstufung gilt auch für ein direktes Nachbarland Deutschlands.
23.07.2021, 08:57
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa
Spanien und Niederlande als Hochinzidenzgebiete eingestuft

Auf den Balearen mit Mallorca als liebste Urlaubsinsel der Deutschen stiegen die Infektionszahlen schneller als je zuvor seit dem Ausbruch Corona-Pandemie.

John-Patrick Morarescu

Die Bundesregierung stuft Spanien und die Niederlande von Dienstag an als Corona-Hochinzidenzgebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Die Entscheidung folgt auf einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen in beiden Ländern in den vergangenen Wochen. Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

Nach Angaben des Reiseverbandes DRV machen aktuell etwa 200.000 Pauschalreisende aus Deutschland in Spanien Urlaub - etwa 60 Prozent von ihnen auf den Balearen, 30 Prozent auf den Kanaren und der Rest auf dem Festland. Hinzu kommen insgesamt geschätzt etwa 200.000 Individualurlauber aus Deutschland in dem Land.

Seit Ende Juni sind die Corona-Zahlen praktisch überall in Spanien rapide in die Höhe geschossen. Das Land hat mit die schlechtesten Werte ganz Europas. Binnen eines Monats wurden rund 475.000 Neuinfektionen gezählt, die Sieben-Tage-Inzidenz stieg von 42 im Juni auf jetzt 333.

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Auf Mallorca als liebster Ferieninsel der Deutschen lag die Inzidenz zuletzt sogar bei 365. Vor allem junge, noch nicht geimpfte Menschen infizierten sich bei Partys und Musikfestivals, meist mit der ansteckenderen Delta-Variante. Im Corona-Hotspot Katalonien mit Barcelona als Touristenmetropole liegt die 14-Tage-Inzidenz bei den 20- bis 29-Jährigen derzeit bei schwindelerregenden fast 3200.

Die Niederlande waren am vergangenen Sonntag als erstes der neun Nachbarländer Deutschlands wieder ganz als Risikogebiet eingestuft worden. Seit Anfang Juli waren dort die Infektionszahlen um 500 Prozent innerhalb einer Woche gestiegen. Höhepunkt war eine Sieben-Tage-Inzidenz von etwa 415 am Dienstag. Zuvor hatte die Regierung fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben.

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Vor allem in Diskotheken, bei Festivals und Partys hatte sich die Delta-Variante des Virus rasant verbreitet. Gerade junge Menschen bis 29 Jahre infizierten sich. Auch die Patientenzahlen in den Krankenhäusern nehmen seither deutlich zu.

Die Regierung der Niederlande zog vor zwei Wochen die Notbremse. So bleiben Diskotheken und Nachtclubs nun geschlossen, Festivals sind untersagt. Seit einigen Tagen sinken die Infektionszahlen wieder. Zuletzt waren am Donnerstag etwa 6300 neue Fälle registriert worden. Die Inzidenz liegt nun bei etwa 361. Mehr als 50 Prozent der etwa 17 Millionen Einwohner sind bereits vollständig geimpft. Rund 70 Prozent haben mindestens eine Dosis erhalten.

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