Konflikte Terrorangriff auf US-Konsulat in Peshawar

Islamabad. Terror in Pakistans Nordwest-Grenzprovinz: Extremisten haben am Montag in der Provinzhauptstadt Peshawar das amerikanische Generalkonsulat angegriffen und andernorts rund 40 Menschen bei einem Selbstmordanschlag getötet.
05.04.2010, 22:00
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Islamabad. Terror in Pakistans Nordwest-Grenzprovinz: Extremisten haben am Montag in der Provinzhauptstadt Peshawar das amerikanische Generalkonsulat angegriffen und andernorts rund 40 Menschen bei einem Selbstmordanschlag getötet.

Wie die Polizei mitteilte, zündeten die Angreifer vor dem Konsulat drei schwere Sprengsätze und lieferten sich Schusswechsel mit Sicherheitskräften. Dabei wurden nach pakistanischen Geheimdienstangaben fünf Extremisten sowie sieben Polizisten und Zivilisten getötet worden. Die Wucht der Explosionen habe das Konsulatsgebäude beschädigt. Die Taliban bekannten sich zu der Tat.

US-Außenministerin Hillary Clinton äußerte Empörung und tiefe Trauer über den Terrorangriff. «Attacken gegen diplomatische Missionen treffen das Herz der internationalen Zusammenarbeit und sind nicht hinnehmbar - in keinem Land, zu keiner Zeit», sagte die Ministerin. Die USA stünden fest an der Seite des pakistanischen Volkes. EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton verurteilte den Anschlag als Versuch, die Demokratie in Pakistan auszuhöhlen. Sie versicherte der pakistanischen Regierung die Solidarität der Europäischen Union.

Die US-Botschaft in Islamabad teilte mit, mindestens ein Angreifer habe sich bei dem «koordinierten Anschlag» in einem mit einer Bombe präparierten Fahrzeug in die Luft gesprengt. Anschließend hätten weitere schwer bewaffnete Extremisten versucht, in das Gebäude einzudringen. Nach Angaben von Augenzeugen waren an der Terroraktion «acht bis zehn» Aufständische beteiligt. Sie hätten Uniformen des pakistanischen Militärs getragen. Unklar war, ob sich überlebende Angreifer noch in der Gegend versteckt hielten oder fliehen konnten.

In der zur Provinz gehörenden Region Lower Dir riss kurz vor dem Angriff in Peshawar ein Selbstmordattentäter mindestens 40 Teilnehmer einer Kundgebung der moderaten Awami-National-Partei (ANP) mit in den Tod. Etwa 80 weitere Menschen seien verletzt worden, als sich der Mann in der Menschenmenge in die Luft sprengte, sagte ein Polizeisprecher. Auch zu diesem Anschlag bekannten sich die Taliban. Die ANP steht in der Nordwest-Grenzprovinz an der Spitze einer Koalitionsregierung, die den Kampf gegen die Extremisten unterstützt.

In der Region an der Grenze zu Afghanistan war die Armee vor einem Jahr mit einer Großoffensive gegen die Aufständischen vorgegangen. Obwohl die Regierung inzwischen wieder weite Teile von Lower Dir, dem Swat-Tal und anderen Distrikten kontrolliert, verüben die Taliban von ihren Verstecken in den Bergen aus immer wieder Anschläge. So kamen im Februar bei einem Angriff auf einen Militärkonvoi in Lower Dir acht Menschen ums Leben, darunter drei US-Soldaten. Auch Peshawar wird immer wieder von Gewalt erschüttert. Im Oktober starben dort beim bislang blutigsten Anschlag der letzten Monate 105 Zivilisten.

Inzwischen gehen die pakistanischen Sicherheitskräfte verstärkt gegen die Taliban-Hochburgen in den halbautonomen Stammesgebieten vor. Allein in der an Peshawar angrenzenden Region Orakzai wurden am Osterwochenende bei Gefechten und Luftangriffen mehr als 80 Aufständische getötet. In Orakzai hatte das Militär Ende März eine neue Offensive gegen Taliban und mit ihnen verbündete El-Kaida- Terroristen begonnen, die sich im Herbst nach einer militärischen Großoffensive in Süd-Waziristan dorthin zurückgezogen hatten. (dpa)

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