11.September Trauer und Optimismus in New York

New York. Trauer, Erinnerung - und Optimismus: Die USA haben am Sonntag des größten Terroranschlags auf ihrem Boden vor zehn Jahren gedacht.
11.09.2011, 16:01
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New York. Trauer, Erinnerung - und Optimismus: Die USA haben am Sonntag des größten Terroranschlags auf ihrem Boden vor zehn Jahren gedacht.

Angehörige lasen in New York am Ground Zero die Namen der fast 3000 Menschen vor, die am 11. September 2001 bei dem islamistischen Anschlag starben - dabei auch immer wieder die von Deutschen. Unterbrochen wurde die Zeremonie von Gedenkminuten an den Zeitpunkten, an denen die Flugzeuge die Türme trafen und später, als die Gebäude zusammenstürzten.

Damals waren zwei mit Passagieren besetzte Flugzeuge in die beiden Türme des World Trade Centers gerast, ein drittes in das Pentagon in Washington. Ein viertes Flugzeug stürzte über Pennsylvania ab. Insgesamt starben 2977 Menschen - mehr als jeder neunte war ein New Yorker Feuerwehrmann.

Eine gemeinsame Dudelsackkapelle von Feuerwehr und Polizei eröffnete die Feier - allerdings anfangs nur mit dem Schlagen ihrer Trommeln. Ein Jugendchor sang die Hymne der USA, dann bliesen die Dudelsackspieler, während eine vor zehn Jahre in den Trümmern wehende Fahne erst enthüllt und dann feierlich wieder gefaltet wurde.

Mit dabei waren US-Präsident Barack Obama und sein Vorgänger George W. Bush mit ihren Frauen Michelle und Laura. Die beiden Politiker hielten aber keine Reden, sondern lasen Texte. Zu den Gästen gehörten auch New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg und sein Vorgänger Rudolph Giuliani.

An der Trauerfeier nahmen neben Politikern vor allem die Angehörigen der Opfer teil. Sie hatten mit dem neuen Gedenkpark zum ersten Mal einen gemeinsamen Ort der Trauer. Im Schatten des neu entstehenden gewaltigen Büroturms "1 WTC" sollte noch am Sonntag ein Gedenkpark eröffnet werden. Kern sind zwei quadratische Becken mit 60 Metern Kantenlänge an den Stellen, an denen die Zwillingstürme standen. An ihren Kanten stürzte Wasser fast zehn Meter in die Tiefe. An den Rändern sind die Namen der Opfer eingraviert, auch von den sechs Menschen, die bei einem ersten islamistischen Anschlag 1993 starben.

Doch die gemeinsame Feier wurde auch von Unmut begleitet. Die New Yorker Feuerwehrleute hatten den höchsten Blutzoll erbracht - und waren nicht eingeladen. In Interviews äußerten viele ihren Unmut. Bei CNN wurde ein "Firefighter" befragt, warum er nicht an der Feier teilnehme, als Angehöriger eines Opfers dürfe er das doch. "Nein danke", sagte er, "ich bin lieber hier draußen bei meinen Kameraden".

Der zehnte Jahrestag war auch in der US-Hauptstadt Washington mit massiven Sicherheitsvorkehrungen verbunden. Alle 3800 Polizisten der Stadt seien zu 12-Stunden-Schichten eingeteilt worden, berichtete die lokale Zeitung "The Examiner" unter Berufung auf die Metropolitan Police. Hinzu kamen viele Kräfte der Bundespolizei. Zufahrtstraßen zu Regierungs- und Parlamentsgebäuden waren weitgehend gesperrt. Bombenspürhunde untersuchten Fahrzeuge und U-Bahn-Stationen. (dpa)

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