US-Politik US-Präsident Biden beleidigt einen Journalisten

Joe Biden ist stets bemüht um Anstand. Die Nachfrage eines Journalisten hat der US-Präsident nun jedoch wenig tugendhaft beantwortet: mit einer ironischen Bemerkung, gefolgt von einer Beleidigung.
25.01.2022, 02:35
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von dpa

Washington (dpa) - US-Präsident Joe Biden inszeniert sich üblicherweise gerne als Inbegriff von Anstand, Würde und Respekt - und in dieser Hinsicht als größtmöglichen Kontrast zu seinem Vorgänger Donald Trump.

Am Montagabend reagierte Biden auf die unliebsame Frage eines Journalisten allerdings etwas weniger tugendhaft. Als der Reporter dem Präsidenten am Rande eines öffentlichen Auftritts in Washington die Frage zuwarf, ob die zunehmende Inflation im Land bei der Kongresswahl im Herbst eine politische Bürde sei, murmelte Biden - hörbar für alle, da sein Mikrofon noch angeschaltet war - und klar ironisch: Nein, Inflation sei ein Vorteil, „mehr Inflation“. Mit Kopfschütteln und leicht verzogenem Gesicht schob Biden eine derbe Beleidigung nach: „What a stupid son of a bitch.“

Im Englischen ist „son of a bitch“ ein Schimpfwort, dessen unschmeichelhafte Palette an Bedeutungen weit reicht: von „Bastard“, „Scheißkerl“ oder „Kotzbrocken“ bis hin zur sehr wörtlichen und eher ungebräuchlichen Übersetzung „Hurensohn“. Im öffentlichen Vokabular von Präsidenten jedenfalls kommt der Begriff in der Regel eher nicht vor. Warum also Bidens heftige Reaktion?

Inflation großes politisches Problem

Die dramatisch gestiegene Inflationsrate in den USA ist in der Tat ein großes politisches Problem für Biden und seine Demokraten mit Blick auf die Kongresswahl im November. Steigende Preise schaffen Unmut in der Bevölkerung. Das ist kein Geheimnis. Und: Der Fragesteller - Peter Doocy, ein Reporter des früher höchst Trump-treuen Fernsehsenders Fox News - konfrontiert den Präsidenten und dessen Sprecherin Jen Psaki regelmäßig mit unbequemen Nachfragen.

Doocy nahm Bidens Kommentar mit Humor. In einer Schalte mit seinem Sender kurz nach dem Vorfall sagte ein anderer Fox-News-Kollege spöttisch zu Doocy, er finde, der Präsident habe eigentlich Recht. Doocy entgegnete grinsend: „Ja, bis jetzt hat noch niemand einen Faktencheck dazu gemacht und gesagt, dass es nicht stimmt.“

© dpa-infocom, dpa:220125-99-837242/2

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+