Konflikte USA stärken Gaddafi-Gegnern den Rücken

Washington/Tripolis/Kairo. Die US-Regierung hat dem Übergangsrat der Gaddafi-Gegner den Rücken gestärkt. Das Gremium in der libyschen Metropole Bengasi sei aus Sicht Washingtons der legitime und glaubwürdige Gesprächspartner des libyschen Volkes.
14.05.2011, 16:30
Lesedauer: 2 Min
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Washington/Tripolis/Kairo. Die US-Regierung hat dem Übergangsrat der Gaddafi-Gegner den Rücken gestärkt. Das Gremium in der libyschen Metropole Bengasi sei aus Sicht Washingtons der legitime und glaubwürdige Gesprächspartner des libyschen Volkes.

Das sagte der Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, Thomas Donilon. Die Nato setzte am Samstag ihre Angriffe auf militärische Ziele des Regimes von Muammar al-Gaddafi fort. Vier heftige Explosionen waren am frühen Morgen in Tripolis zu hören, zwei weitere in der Nacht zuvor, im Osten der Metropole stieg Rauch auf.

Donilon traf im Weißen Haus mit dem Chef des Übergangsrates, Mahmud Dschibril, zusammen. Gaddafi habe sein Recht zu regieren verloren, sagte der Sicherheitsberater. Er lobte nach den Angaben des Weißen Hauses, dass der Übergangsrat eine demokratische Zukunft des Landes anstrebe. Dschibril wirbt international für die Anerkennung und Unterstützung seiner Übergangsregierung mit Sitz in der ostlibyschen Stadt Bengasi.

Beim Empfang Dschibrils am Freitag (Ortszeit) in Washington gingen die US-Verantwortlichen allerdings nicht so weit, die Führung der Aufständischen in Bengasi als einzige legitime Vertretung Libyens anzuerkennen. Bislang hatten sich Frankreich und Italien zu diesem Schritt entschlossen.

Gaddafi dementierte indes Gerüchte, wonach er bei einem der letzten Nato-Angriffe verletzt worden sei. In einer Audio-Botschaft, die das staatliche libysche Fernsehen am späten Freitagabend ausstrahlte, sagte er: "Ich lebe an einem Ort, an dem ihr mich nicht treffen und töten könnt: in den Herzen von Millionen Libyern." Zugleich verurteilte er die jüngsten Luftangriffe der Nato als "feige".

Es handelte sich um eine reine Tonaufnahme, ein Bild Gaddafis war nicht zu sehen. Zuvor hatte der italienische Außenminister Franco Frattini geäußert, Gaddafi sei möglicherweise nicht mehr in Tripolis und verletzt. Wo sich Gaddafi aufhalte, sei nicht bekannt, sagte Frattini. Im libyschen Staatsfernsehen hieß es, die Gerüchte um das Schicksal Gaddafis seien aus der Luft gegriffen.

Die Nato bestätigte am Samstag einen Angriff auf einen Kommandobunker nahe der ostlibyschen Stadt Al-Brega. Dieser sei von der Regierung Gaddafis genutzt worden, um Angriffe auf die Zivilbevölkerung zu koordinieren. Nach Angaben der libyschen Staatsagentur Jana wurden bei einem Angriff am Freitag 16 muslimische Prediger getötet. Die Nato erklärte dazu: "Obwohl wir diese Behauptungen nicht bestätigen können, bedauern wir den Verlust von unschuldigen Menschenleben immer, wenn er eintritt."

Der Übergangsrat teilte mit, dass ein bewaffneter Franzose, der am letzten Donnerstag an einem Miliz-Kontrollpunkt erschossen worden war, mit feindseligen Absichten nach Bengasi gekommen sei. Der ehemalige Fallschirmjäger und seine vier festgenommenen Kollegen seien "illegalen Aktivitäten nachgegangen, die die Sicherheit des freien Libyen beeinträchtigten", hieß es in einer offiziellen Erklärung, die am Freitagabend bekanntwurde.

In französischen Medien hatte es geheißen, die fünf Männer gehörten einer privaten Sicherheitsfirma aus Frankreich an. Bei dem erschossenen 47-jährigen Franzosen habe es sich um den Besitzer der Firma gehandelt, die dem Übergangsrat ihre Dienste habe anbieten wollen. (dpa)

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