Konflikte USA verschieben Irak-Abzug trotz Krise nicht

Bagdad. Die USA wollen den Abzug ihrer Truppen aus dem Irak trotz der Regierungskrise in Bagdad nicht verschieben.
04.06.2010, 15:51
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Bagdad. Die USA wollen den Abzug ihrer Truppen aus dem Irak trotz der Regierungskrise in Bagdad nicht verschieben.

Der Kommandeur der US-Truppen im Irak, General Raymond Odierno, schrieb in einem am Donnerstagabend veröffentlichten Brief an die amerikanischen Soldaten im Irak: «Der Zeitpunkt ist gut gewählt, die irakischen Sicherheitskräfte sind nun in der Lage, die volle Verantwortung für die Verteidigung des Landes im Inneren zu übernehmen.»

Derzeit sind noch knapp 92 000 US-Soldaten im Irak stationiert. Die Truppenstärke soll bis Ende August auf 50 000 schrumpfen. Die verbleibenden Soldaten sollen dann noch bis Ende 2011 im Land bleiben, um die Iraker bei Anti-Terror-Einsätzen zu unterstützen. Außerdem sollen sie weiterhin einheimische Soldaten ausbilden und die Offiziere der irakischen Armee beraten.

Der Einsatz soll laut Odierno vom 1. September an nicht mehr «Operation Irakische Freiheit» sondern «Operation Neue Morgendämmerung» heißen. 2007 hatte die US-Truppenstärke im Irak mit mehr als 170 000 Soldaten ihren Höchststand erreicht. Die US-Armee hatte die irakische Armee nach ihren Einmarsch im Frühjahr 2003 aufgelöst und dann später neu gegründet.

Die Iraker hatten vor knapp drei Monaten ein neues Parlament gewählt. Allerdings erreichte keine Partei die absolute Mehrheit. Bei ihren Koalitionsgesprächen treten die vier größten Fraktionen bislang auf der Stelle.

In der südlichen Provinz Missan starben nach Informationen irakischer Agenturen am Freitag zwei Soldaten, als Unbekannte ihren Stützpunkt mit Katjuscha-Raketen beschossen. In der Stadt Bakuba starb ein Bürgerwehr-Kämpfer durch eine Magnetbombe. Die Polizei berichtete, zwei Zivilisten seien am Donnerstag ums Leben gekommen, als in der nördlichen Provinz Ninive eine Autobombe vor einem Alkoholgeschäft explodierte. 15 Menschen wurden verletzt. Der Anschlag ereignete sich in einem Viertel, in dem vor allem Kurden und Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden wohnen. (dpa)

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