Spanien Venezuela: Keine Unterstützung für die ETA

Madrid/Caracas . Venezuelas Staatspräsident Hugo Chávez hat den Verdacht zurückgewiesen, sein Land unterstütze die Terroristen der baskischen Untergrundorganisation ETA.
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste

Madrid/Caracas . Venezuelas Staatspräsident Hugo Chávez hat den Verdacht zurückgewiesen, sein Land unterstütze die Terroristen der baskischen Untergrundorganisation ETA.

«Die venezolanische Regierung ist in keiner Weise mit irgendeiner terroristischen Organisation verbunden, insbesondere nicht mit der ETA», betonte der linke Staatschef in der Nacht zum Dienstag. In Spanien hatten zwei mutmaßliche ETA-Mitglieder nach ihrer Festnahme ausgesagt, sie seien 2008 in Venezuela militärisch ausgebildet worden. Das spanische Außenministerium verlangte daraufhin von Caracas eine Erklärung.

Chávez sagte, man dürfe den Aussagen der mutmaßlichen ETA- Terroristen keinen Glauben schenken. «Das sind Verbrecher, die mit ihren absurden Darstellungen nur erreichen wollen, dass sie vor Gericht mildere Strafen bekommen.» Die Regierung in Caracas erklärte sich in einem Kommuniqué bereit, «in jedem Moment mit Spaniens Regierung gegen terroristische Banden zu kooperieren, die den Frieden oder das Leben eines Bürger gefährden».

Die beiden mutmaßlichen ETA-Terroristen hatten in Madrid vor dem Ermittlungsrichter Ismael Moreno ausgesagt, sie seien im Sommer 2008 vom damaligen ETA-Chef zu einem Trainingskurs in das lateinamerikanische Land geschickt worden. Die ETA-Führung habe dies damit begründet, dass Venezuela «sicherer» sei als Frankreich und dort die Gefahr einer Festnahme geringer sei.

Die spanische Regierung erkannte am Dienstag an, dass Venezuelas Staatschef sich «sehr klar» geäußert habe. Es gebe keinen Anlass, über eine mögliche Unterstützung der ETA durch die Chávez-Regierung zu spekulieren, sagte die Madrider Vizeregierungschefin María Teresa Fernández de la Vega. Die Justiz und die Sicherheitskräfte von Spanien und Venezuela sollten im Kampf gegen die ETA zusammenarbeiten.

Die spanische Justiz hatte vor gut einem halben Jahr schon einmal den Verdacht geäußert, dass ETA-Terroristen in Venezuela Unterstützung erhielten. Dies löste damals einen diplomatischen Streit zwischen Madrid und Caracas aus. Chávez wies auch damals den Verdacht energisch zurück. Der Zwist wurde später mit einer gemeinsamen Erklärung beigelegt, in der beide Seiten den Terrorismus der ETA verurteilten. (dpa)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+