Islam Verwirrung um radikalen US-Pastor hält an

Gainesville/Washington. Der radikale Fanatiker Terry Jones treibt das Verwirrspiel um seine geplante Koran-Verbrennung im US-Bundesstaat Florida weiter.
11.09.2010, 09:00
Lesedauer: 1 Min
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Gainesville/Washington. Der radikale Fanatiker Terry Jones treibt das Verwirrspiel um seine geplante Koran-Verbrennung im US-Bundesstaat Florida weiter.

Nach zahlreichen mehrdeutigen und rätselhaften Äußerungen ließ er am Freitag (Ortszeit) von seinem Sohn Luke Jones verbreiten, die weltweit kritisierte Aktion werde definitiv nicht am Samstag stattfinden. Jones selbst äußerte sich nicht dazu.

Ursprünglich wollte der US-Pastor einer winzigen Gemeinde die Koran-Verbrennung am neunten Jahrestag der Anschläge vom 11. September inszenieren. Das werde nun definitiv nicht stattfinden. Offen hielt der Sohn, ob die Aktion später nachgeholt werden soll.

US-Präsident Barack Obama hatte Jones am Freitag noch einmal eindringlich vor den Folgen einer Koran-Verbrennung gewarnt. Drohungen wie die des Pastors gefährdeten US-Truppen im Ausland. Mit deren Sicherheit, so Obama, «spielt man nicht».

Der Präsident rief die Nation zu religiöser Toleranz auf. «Wir befinden uns nicht im Krieg mit dem Islam. Wir befinden uns im Krieg mit Terrororganisationen, die den Islam verfälscht oder das Banner des Islams benutzt haben, um ihre zerstörerischen Aktionen durchzuführen.»

Die in Deutschland lebende Tochter des Pastors Emma Jones hält ihren Vater für «verrückt» und meint, er brauche Hilfe. In einem Interview mit «Spiegel Online» sagte sie, ihren Vater in einer E-Mail dazu aufgerufen zu haben, die geplante Koran-Verbrennung aufzugeben. «Ich habe geschrieben: "Papa, lass das sein!"» Geantwortet habe er nicht. «Ich wünsche mir wirklich, dass er zur Vernunft kommt.»

Der Pastor hatte am Freitagmorgen in einem Interview des Senders ABC nach einigem Hin und Her bekräftigt, dass er seinen Plan der Koran-Verbrennungen nicht umsetzen werde. Stattdessen wollte er sich am Samstag in New York die Bestätigung einholen, dass es nicht zum Bau einer umstrittenen Moschee nahe dem Ort der Anschläge vom 11. September komme. Damit hatte er seinen Verzicht auf die Koran- Verbrennung begründet. Ob es überhaupt zu einem von Jones geforderten Treffen mit dem für das Projekt zuständige Imam Feisal Abdul Rauf kommt, blieb allerdings bis zuletzt unklar. (dpa)

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