Kommentar zum Tarifabschluss Beide Seiten profitieren von der Einigung im öffentlichen Dienst

Mit dem Abschluss halten die Angestellten der Länder den Anschluss an die Tarifentwicklung beim Bund und den Kommunen. Und sie verkürzen den Gehaltsabstand zur Privatwirtschaft, meint Hans-Ulrich Brandt.
03.03.2019, 17:22
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Beide Seiten profitieren von der Einigung im öffentlichen Dienst
Von Hans-Ulrich Brandt

Mit der Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn und einer Tariflaufzeit von nur zwölf Monaten sind Verdi und Beamtenbund angetreten. Nun sind es acht Prozent geworden, allerdings verteilt auf drei Stufen und gestreckt auf eine Laufzeit von 33 Monaten. Ohne Zweifel ein sehr gutes Ergebnis. Damit halten die Angestellten der Länder zum einen Anschluss an die Tarifentwicklung beim Bund und den Kommunen. Und zum anderen verkürzen sie den Gehaltsabstand zur Privatwirtschaft. Beim Kampf um die besten Arbeitskräfte ist das wichtig.

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Ein besonderes Signal setzt dieser Abschluss aber auch, weil er einzelne Berufsgruppen stärkt, die dies dringend verdient haben. Die deutliche Höherstufung in der Krankenpflege, gerade auch bei Berufseinsteigern, ist vor dem Hintergrund des aktuellen Personalmangels im Bereich Pflege absolut geboten. Ebenso gilt das für Beschäftigte im ­Sozial- und Erziehungsdienst.

Viel besser hätte sich Verdi-Vorsitzender Frank Bsirske seinen letzten Abschluss als Chefverhandler für den öffentlichen Dienst also nicht wünschen können. Und die Länder? Sie müssen schließlich die auf sieben Milliarden Euro taxierte Einigung finanzieren. Doch auch sie profitieren: mit mehr Wettbewerbsfähigkeit und mehr Lohngerechtigkeit. Finanzsenatorin Linnert weiß das zu schätzen und lobt auch zu Recht die durch die lange Laufzeit erreichte Planungssicherheit für die Haushalte der nächsten Jahre.

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